Erfolgsmodell "Duale Ausbildung" in Rom vorgestellt

Gestern hat lvh-Präsident Gert Lanz in der römischen Abgeordnetenkammer das duale Ausbildungsmodell vorgestellt. Dieses gilt italienweit als Vorzeigemodell, mit dem speziell die Jugendlichen auf einen wettbewerbsfähigen Arbeitsmarkt vorbereitet werden. „Damit sich Italiens Wirtschaft erholt wird allerdings eine umfassende Arbeitsmarktreform notwendig sein", sagt Lanz.

lanz Präsident 340

137.000 offene Stellen können in Italien nicht besetzt werden, da die entsprechenden Fachkräfte fehlen. Der Versuch, die Arbeitslosigkeit auf der einen Seite einzudämmen und auf der anderen Seite neue Fachkräfte zu generieren, stellt die römische Regierung vor große Herausforderungen. Darüber wurde gestern im Rahmen einer Tagung der römischen Abgeordnetenkammer diskutiert, an der auch lvh-Präsident Gert Lanz teilnahm. Auf Einladung von Kammerabgeordneten Daniel Alfreider stellte Lanz das deutschsprachige duale Ausbildungssystem vor und berichtete über die positiven Auswirkungen des Bildungssystems auf den Arbeits- und Beschäftigungsmarkt sowie die Wettbewerbsstärke der Unternehmen. Ein Erfolgsrezept der dualen Ausbildung sei die Bereitschaft der Unternehmen junge Menschen auszubilden und gemeinsam mit der öffentlichen Hand die Inhalte für die berufliche Ausbildung festzulegen, so Lanz. „In Italien ist eine Anpassung an unser Bildungssystem sicher nicht ganz einfach, zum einen weil der kulturelle Hintergrund ein anderer ist und zum anderen, weil das Schulsystem dann komplett vereinheitlicht werden müsste. Südtirol ist aber durchaus bereit sein, Wissen und Know-how in diesem Bereich zur Verfügung zu stellen", unterstreicht Lanz. Wichtig sei in diesem Zusammenhang die Wirtschaft beim Aufbau des dualen Modells mit einzubeziehen.
Die Einführung des Südtiroler Modells könne auf nationaler Ebene allerdings nur in Zusammenhang mit einer kompletten Arbeitsmarktreform geschehen. „Der Patient Italien leidet seit mehreren Jahren an Wachstums- und Beschäftigungssymptomen, die wir so schnell wie möglich behandeln sollten, damit die Erkrankung nicht chronische Auswirkungen bekommt. Deutschland war vor über zehn Jahren in einer ähnlichen Situation und hat mit frühzeitigen Maßnahmen und Reformen dieser Entwicklung gegengesteuert", so Lanz. Premierminister Matteo Renzi peilt mit seiner Arbeitsmarktreform und verschiedenen Maßnahmen zur Wirtschaftsankurbelung einen Kurswechsel an. Welche Auswirkungen dieser mittel- und langfristig haben wird, wird sich noch zeigen. „Wir hoffen, dass es Daniel Alfreider gemeinsam mit seinen jungen Kollegen der U-35 Parlamentarier gelingen wird, die im Rahmen der Tagung präsentierten Erfolgsmodelle aus Deutschland auch in Italien voranzutreiben", sagt Lanz.

 

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