Jugendbeschäftigung: Südtirol als Vorzeigeland in nationalem Abkommen

Kürzlich haben der Arbeitsminister Giuliano Poletti und der nationale Handwerkerverband Confartigianato ein Abkommen zur nationalen „Jugendgarantie" (Garanzia Giovani) unterzeichnet. Der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister wurde darin als jene Institution verankert, die die regionalen und nationalen Berufswettbewerbe organisiert und bedeutende Erfahrungswerte hinsichtlich dualer Ausbildung einbringt.

Pardeller vertikal 298Die alarmierenden Jugendarbeitslosigkeitszahlen haben die italienische Regierung aktiv werden lassen. Vor wenigen Tagen wurde in Rom zwischen dem römischen Arbeitsminister Giuliano Poletti und der Confartigianato ein Abkommen unterzeichnet, das konkrete Beschäftigungsmaßnahmen für Jugendliche vorsieht. „Die negative Entwicklung der arbeitslosen Jugendlichen darf auf keinen Fall weiter fortschreiten. Wir verlieren dadurch wertvolles humanes Kapital, das das Wachstumspotential der italienischen Wirtschaft weiter schwächt", betonte Poletti im Rahmen des Treffens. Deshalb wurde in enger Zusammenarbeit mit dem nationalen Handwerkerverband Confartigianato ein Abkommen ausgearbeitet, das die Jugendbeschäftigung wieder ankurbeln und den Jugendlichen neue Zukunftsperspektiven bieten soll. Unter anderem sollen mittel- und langfristige Orientierungsprogramme ausgearbeitet, Praktika in den Betrieben gefördert und vor allem die Einführung der dualen Ausbildung in allen italienischen Provinzen angestrebt werden. Südtirol soll hierbei eine Vorbildfunktion übernehmen. „Es freut uns sehr, dass sowohl das nationale Handwerk als auch die römische Politik auf unser Know-how und unsere Erfahrung zurückgreifen wollen. Ich denke Südtirol hat ein sehr gut funktionierendes Berufsbildungssystem, das sicherlich bedeutend dazu beiträgt, dass die Jugendarbeitslosigkeit in unserem Land im Vergleich zu den restlichen italienischen Provinzen noch relativ gering ist", erklärte lvh-Direktor Thomas Pardeller im Anschluss an die Unterzeichnung des Abkommens. Konkret sieht das nationale Abkommen vor, dass der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister die nationalen und regionalen Berufswettbewerbe wie die Landesmeisterschaft der Berufe oder die Berufsweltmeisterschaften organisiert und Projekte zur Nachwuchswerbung initiiert. „Südtirol ist damit offizieller Veranstalter der Berufswettbewerbe und Vorzeigeprovinz für die duale Ausbildung in Italien. Nun werden wir die praktischen Berufe im Handwerk noch stärker und effizienter vermarkten können", fasst Pardeller zusammen.
Im Gespräch mit dem Unterstaatssekretär des römischen Bildungsministeriums Gabriele Toccafondi erhielt Pardeller Zustimmung für die Notwendigkeit, die Jugendlichen frühzeitig in die Berufswelt einzuführen. „Die beste Möglichkeit, dies umzusetzen ist sicherlich die Lehre bzw. verschiedene Praktika, die in den Betrieben absolviert werden können. Hierzu sind allerdings einige Entbürokratisierungsmaßnahmen notwendig, an denen wir bereits arbeiten und die auch umgesetzt werden", versprach Toccafondi.

Im Bild: Thomas Pardeller, lvh-Direktor

 

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