„Der Politik und den Behörden fehlt das Verständnis!"

In Unsere liebe Frau im Walde-St. Felix hat vor Kurzem die Jahreshauptversammlung der lvh-Ortsgruppe stattgefunden, bei der die wichtigsten Themen auf Orts-, Bezirks- und Verbandsebene diskutiert wurden. Außerdem wurde den Handwerkern das Projekt „WIR" vorgestellt, das die Aufwertung der ländlichen Randgemeinden unter besonderem Einbezug der Jugend vorsieht.

Weiss-Martin---OO-Unsere-l.-Frau-i.-W.-Stlvh-Ortsobmann Martin Weiss begrüßte die Anwesenden und berichtete von den Tätigkeiten des abgelaufenen Jahres. Er informierte die Handwerker darüber, dass bei Bedarf und Interesse Weiterbildungskurse auch direkt in der Gemeinde veranstaltet werden können. Außerdem wünschte er allen ein erfolgreiches Jahr 2015.
„Leider fehlt den Behörden und der Politik das Verständnis für die oftmals schwierige Realität in unseren Betrieben", bedauerte Bezirksobmann Mathias Piazzi. Deshalb betonte er, dass es umso wichtiger sei, dass motivierte und fähige Kandidaten für die nächsten Gemeinderatswahlen gefunden werden, die die Interessen des Handwerks in den Gemeindestuben stärker voranbringen. Er berichtete auch von der Landesmeisterschaft der Berufe 2014, den Worldskills in Brasilien in diesem Sommer, dem Südtiroler Meisterbund sowie dem neuen Vergabegesetz für die öffentlichen Aufträge, das sich derzeit in Ausarbeitung befindet.

Neues Leaderprojekt

Bürgermeister Patrick Ausserer informierte über die Projekte, die in der Gemeinde im vergangenen Jahr umgesetzt wurden und gab dabei auch einen Ausblick auf 2015. „Für St. Felix ist eine neue E-Kabine geplant und die Stromversorgung mit SelNet soll ebenfalls 2015 realisiert werden", sagte Ausserer. „Außerdem wird voraussichtlich ab dem Frühjahr ein neues Leaderprojekt ausgearbeitet, an dem sich auch die Handwerker beteiligen sollen", appellierte der Bürgermeister an die versammelte lvh-Ortsgruppe.
Über das Projekt „WIR-Wohnen und Wirtschaften in ländlichen Randgebieten" referierte Nadine Pichler, die Verbandsassistentin des lvh. „Die Ergebnisse des Projekts geben Aufschluss darüber, wie es gelingen könnte, Jugendliche besser in das Erwerbsleben zu integrieren, die Abwanderung in die Städte zu verhindern und die ländlichen Gebiete attraktiver zu gestalten", fasste sie zusammen. Mehr als die Hälfte der 900 befragten Jugendlichen gab nämlich an, auch weiterhin in ihrer Heimatgemeinde leben zu wollen. Die Handwerksberufe bieten ihnen dabei gute Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz und garantieren ein abwechslungsreiches und kreatives Arbeitsumfeld.

Klarer Vorteil

Abschließend diskutierten die Anwesenden über die Gründe, warum das Handwerk zum Teil noch mit Imageproblemen zu kämpfen hat. Ein großer Teil der Bevölkerung sieht das Maß aller Dinge im Abschluss einer Matura. Vor allem die Möglichkeit, danach an einer Universität studieren zu können, sei der ausschlaggebende Punkt. Deshalb war man sich einig, dass die Einführung der Berufsmatura sicherlich ein guter und notwendiger Schritt war, um Jugendliche wieder vermehrt für einen praktischen Beruf gewinnen zu können. Zum einen hat man umfangreicher ausgebildete Fachkräfte, zum anderen stehe der Weg an die Universität immer noch frei, wenn sich Lehrlinge weiter spezialisieren möchten. Ein klarer Vorteil sowohl für die Jugendlichen als auch die Betriebe.

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