Pelletstagung: Ein Brennstoff mit Zukunft

Neuigkeiten, Förderungen und gesetzliche Bestimmungen standen vor Kurzem im Mittelpunkt einer Weiterbildung zum Thema Pellets im TIS. Referenten aus Deutschland, Italien und Südtirol berichteten von aktuelle Entwicklungen am Pelletsmarkt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Arbeitsgruppe Pellets & Hackgut im TIS in Zusammenarbeit mit dem lvh-Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister.

 MG 6326 kleinZunächst sprach Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Pelletsinstitut (DEPI). Er berichtete von den Entwicklungen in Deutschland und über das große Potenzial, das klimafreundliche Pelletsheizungen für den Wärmemarkt bieten. Holz liefere bereits heute 75% der gesamten erneuerbaren Wärmeproduktion in Deutschland und sei somit der wichtigste Energieträger unter allen erneuerbaren Energieressourcen, die in Deutschland zur Umsetzung der Energiewende genutzt werden. Pelltsheizungen hätten laut Stiftung Warentest im Vergleich zu anderen Heizsystemen bei der Wirtschaftlichkeit und auch bei der CO2-Bilanz eindeutig die Nase vorn. Es gehe laut Bentele auch weiterhin darum, entlang der gesamten Pellets-Wertschöpfungskette (Produktion, Logistik, Installation und Wartung) die vorhandene Qualität zu halten und innovative Lösungsansätze zu integrieren. Eine zentrale Rolle komme hierbei den Installationsbetrieben zu, die letztendlich die Ansprechpartner für die Endkunden und daher entscheidend für eine gute Weiterentwicklung der Branche seien. Auch der Sicherheitsaspekt in Bezug auf den fachgerechten Einbau des Pelletslagers sei dabei von großer Bedeutung. Das DEPI hat hierfür einen eigenen Leitfaden entwickelt, der kostenlos auf der Webseite des Instituts abgerufen werden kann.

Italienweit ernormer Zuwachs

Als zweiter Referent sprach Valter Francescato, Technischer Direktor von AIEL – Verein für land- und forstwirtschaftliche Energie Italien. Er berichtete, dass es italienweit in den vergangen zehn Jahren einen enormen Zuwachs gegeben habe – beispielsweise bei den Pelletkaminöfen. Italien stehe europaweit bei der Nutzung von Holz-Pellets im Wärmebereich an erster Stelle vor Deutschland und Schweden. Ein Großteil der Pellets würde aber aus dem Ausland (z.B. Österreich) importiert. Italiens Wälder bergen jedoch große Holzvorräte, die bisher unzureichend genutzt werden. In Zukunft ginge es darum, diese Ressourcen verstärkt auch für den Energiemarkt zu nutzen. Francescato unterstrich zudem, dass der Qualitätszertifizierung EN-Plus für Holz-Pellets eine immer höhere Bedeutung zukomme. Es sei für die gesamte Branche von großer Bedeutung, dass beim Endverbraucher zertifizierte Pellets zum Einsatz kämen. Jeder Endkunde, der EN-Plus-zertifizierte Pellets einkaufe, habe die Sicherheit, dass er eine ausgezeichnete Brennstoffqualität erhalte, die dazu beiträgt, dass die Heizanlage langfristig optimal funktionieren kann.

Förderbeiträge kassieren

Ein eigener Abschnitt war dem Thema Förderungen gewidmet. In Italien gibt es momentan eine Reihe von Förderungen, die den Einsatz von Pelletsheizungen sehr interessant machen. Francescato hob das neue Fördersystem „Conto Termico" besonders hervor. Es stellt italienweit insgesamt 900 Millionen € zur Verfügung. Bisher wurde erst ein kleiner Bruchteil genutzt. Somit sei jetzt ein optimaler Moment, um die alte Heizölanlage durch eine moderne Pelletsheizung zu ersetzen und hohe Förderbeiträge zu kassieren. Als dritte Referentin sprach Frau Arianna Villotti vom Amt für Brandverhütung der Provinz Bozen über die gesetzlichen Vorschriften beim Bau von Pelletslagern. Im Rahmen dieses Vortrages gab es eine angeregte und konstruktive Diskussion mit den Teilnehmern und Experten. Ein konkretes Ergebnis der Veranstaltung gibt es bereits: Die drei Referenten beschlossen im Rahmen der Veranstaltung, einen länderübergreifenden Informations- und Wissensaustausch zu organisieren, um somit einen für Südtirol brauchbaren Leitfaden rund um das Thema Brandschutz und Pelletlager zu erarbeiten. Abgeschlossen wurde die Tagung mit Praxisbeispielen aus Südtirol. Drei Unternehmen der Arbeitsgruppe Pellets & Hackgut – Eneralp, KWB und Widmann Heizungen – stellten je ein Beispiel vor, um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von modernen Pelletsheizungen aufzuzeigen.

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