Jobs Act: Die ersten Durchführungsdekrete

Neue Verträge, steigender Kündigungsschutz und Arbeitslosenentschädigungen - das sind einige der wichtigsten Inhalte der ersten Durchführungsdekrete des "Jobs Act".

Neue Verträge mit steigendem Kündigungsschutz seit 7. März 2015

Die Neuerungen gelten nur für die ab dem 7. März 2015 abgeschlossenen Verträge auf unbestimmte Zeit.
Für die bisherigen Verträge gelten weiterhin und unverändert die bisherigen Regelungen. Stattdessen sollen Entschädigungszahlungen, deren Höhe mit steigendem Dienstalter wächst, eingeführt werden. Die Wiedereinstellungspflicht laut Artikel 18 des Arbeitsstatutes soll nur mehr bei nichtigen und diskriminierenden Entlassungen zur Anwendung kommen.

vertrag 250Die Neuerungen gelten nur für die ab dem 7. März 2015 abgeschlossenen Verträge auf unbestimmte Zeit.Die Neuheiten im Überblick:

  • Eine Wiederaufnahme des Mitarbeiters ist nur bei diskriminierender, nichtiger oder mündlich ausgesprochener Entlassung möglich:
    • Der Mitarbeiter kann sich auch für eine Abfindung entscheiden
  • Entlassung aus gerechtfertigtem oder wichtigen Grund
    • Bei Fehlen eines gerechtfertigten oder wichtigen Grundes verfügt der Richter die Auflösung des
      Arbeitsverhältnisses und setzt eine wirtschaftliche Entschädigung aufgrund der Dauer der Betriebszugehörigkeit fest.
  • Wirtschaftliche Entschädigung (Indennità risarcitoria):
    • 2 Monatsgehälter pro Dienstjahr (mindestens 4 und maximal 24) für Betriebe mit mehr als 15 Mitarbeitern
    • 2 Monatsgehälter pro Dienstjahr (mindestens 2 und maximal 6) für Betriebe bis zu 15 Mitarbeiter
  • Wiedereinstellung bei Nichtvorhandensein des Grundes für die Entlassung aus gerechtfertigtem oder wichtigen Grund (jedoch keine Bewertung bezüglich der Verhältnismäßigkeit der Entlassung):
    • Schadensersatz (max. 12 Monatsgehälter);
    • Zahlung der INPS/NISF-Pflichtbeiträge;
    • Der Mitarbeiter kann sich auch für eine Abfindung entscheiden.
  • Form- oder Verfahrensfehler bei der Mitteilung der Kündigung:
    • Auflösung des Arbeitsverhältnisses bleibt bestehen;
    • Schadensersatz (min. 2 bis max. 12 Monatsgehälter);
    • Keine Zahlung der Pflichtbeiträge.
  • Widerruf der Entlassung:
    • Möglichkeit des Widerrufs innerhalb von 15 Tagen nach Mitteilung der Anfechtung der Entlassung durch den Arbeitnehmer;
    • Fortführung des Arbeitsverhältnisses ohne Unterbrechung;
    • Anrecht des Mitarbeiters auf die normale Entlohnung.
  • Möglichkeit des Vergleichs:
    • Zur Vermeidung eines Streitfalls kann der Arbeitgeber, innerhalb der Frist der zur Anfechtung der Entlassung (60 Tage), dem Arbeitnehmer eine Abfindungssumme anbieten (min 2- max. 18 Monatsgehälter)
    • Diese ist abgaben- und steuerfrei;
    • Zusätzliche Meldepflicht bei Vergleich (65 Tage).

Die neue Arbeitslosenentschädigung NASPI (Nuova Assicurazione Per l'Impiego)

Die Bestimmungen über die Arbeitslosigkeit (sog. ASPI) wurde neu definiert. Die Höhe der Entschädigung wird an das Beitragsdienstalter der Arbeiter gebunden. Die neuen Bestimmungen treten am 1. Mai 2015 in Kraft. Sie ermöglichen den Bezug von Arbeitslosengeld bis zu maximal zwei Jahren.
Ab dem 01. Jänner 2017 wird diese Höchstzeit auf 18 Monate herabgesetzt. Das Arbeitslosengeld beträgt 75% der bezogenen Durchschnittsentlohnung in den vorausgegangenen vier Jahren mit einem Höchstbetrag von monatlich 1.300 Euro.
Voraussetzung für den Bezug des NASPI ist, dass die Arbeitslosen mindesten 13 Beitragswochen in vergangenen vier Jahren oder 30 Beitragswochen in den vergangenen zwölf Monaten aufweisen können.

Für weitere Infos wenden sich lvh-Mitglieder bitte an die Mitarbeiter der lvh-Bezirksbüros.

Diese Webseite verwendet eigene technische Cookies und Cookies Dritter, damit Sie effizient navigieren und die Funktionen der Webseite einwandfrei nutzen können.