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Mehr Verantwortung für die Betriebe

Ein Anhänger zur Abnahme. Ein Traktor zur Kontrolle. Und trotzdem führt der Weg oft noch zuerst zum Amt statt direkt in die Werkstatt. Genau das soll sich ändern.

Datum
10.06.2026
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Organisiert wurde das Treffen auf Initiative der Kfz-Mechatroniker/innen im lvh. Im Mittelpunkt des Austauschs zwischen dem Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) und Landesrat Daniel Alfreider stand eine Frage: Warum werden Leistungen, die Fachbetriebe längst selbst übernehmen könnten, noch immer unnötig zentral verwaltet?
Für den lvh ist die Antwort klar: Prüfungen und Abnahmen müssen dorthin, wo das Know-how sitzt – in die Kfz-Werkstätten. 

Mehr Praxis, weniger Umwege
Besonders bei Anhängern drängt der Verband auf Veränderung. Die Abnahme soll künftig – ähnlich wie bereits bei Autos – direkt in den Betrieben erfolgen können. Das würde Wege verkürzen, Abläufe beschleunigen und den Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren.
Landesrat Daniel Alfreider unterstützt diesen Ansatz. Möglichst viele Leistungen sollen dorthin ausgelagert werden, wo sie effizient und fachgerecht erledigt werden können. Das Problem: Bei der Anhängerabnahme handelt es sich um eine staatliche Regelung. Seit Jahren gibt es Widerstände aus anderen Provinzen gegen eine Verlagerung in die Werkstätten.
Alfreider versucht seit vier Jahren, diese Gesetzesänderung voranzubringen. Ein neuer Anlauf soll nun zumindest auf Ebene der autonomen Provinz erfolgen.

Sicherheit beginnt im Betrieb
Auch bei Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen besteht Handlungsbedarf. Das entsprechende Landesratsdekret ist bereits verabschiedet, doch die notwendigen Durchführungsbestimmungen fehlen noch.
Gerade ältere Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen stellen ein Sicherheitsrisiko dar, wenn regelmäßige Kontrollen fehlen. Ziel ist deshalb, dass diese Prüfungen künftig ebenfalls direkt in den Werkstätten durchgeführt werden können.
Theoretisch wäre das möglich – praktisch fehlen jedoch oft die technischen Voraussetzungen. Besonders bei Bremskontrollen braucht es spezielle Verzögerungsmessgeräte, über die nicht alle Betriebe verfügen.
Trotzdem bleibt die Richtung klar: mehr Verantwortung für die Betriebe, mehr Sicherheit für die Praxis.

Ausbildung als Schlüssel
Ein weiteres Thema war die Ausbildung von Inspektoren für Hauptuntersuchungen. Geplant ist ein eigener Kurs in deutscher Sprache, um Südtiroler Fachkräften den Zugang zu erleichtern.
Das Problem liegt weniger im Willen als in der Umsetzung: Geeignete Referenten fehlen, die Materie ist komplex. Nun sollen Berufsschule, Amt für Kraftfahrzeuge und lvh gemeinsam Lösungen erarbeiten.
Auch bei den verpflichtenden Traktorfahrerkursen wird über Erleichterungen nachgedacht. Diese könnten künftig online absolviert werden – ein kleiner Schritt mit großer Wirkung für viele Betriebe.

Ein System näher an der Realität
Landesrat Alfreider betonte zudem, dass er eine funktionierende Amtsstruktur schaffen wolle und offen für konkrete Verbesserungsvorschläge sei. 
Die Botschaft des Treffens war deutlich: Weniger Bürokratie ist kein politisches Schlagwort, sondern eine betriebliche Notwendigkeit.
Wenn Werkstätten das Wissen, die Infrastruktur und die Verantwortung tragen können, sollten sie es auch dürfen. Denn Effizienz entsteht dort, wo Praxis und Entscheidung zusammenkommen.

Im Bild (v.l.): Walter Pöhl, Hannes Mussak, Helmuth Hellrigel, Martin Vallazza, Landesrat Daniel Alfreider, Julia Genetti und Dietmar Mock – Foto © lvh.apa

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