Bilaterale Körperschaft für das Handwerk: Cantisani und Voppichler zu Präsidenten und Vizepräsidenten ernannt
Sie folgen auf Haller und Schier – Sozialpartnerschaft setzt auf Kontinuität und neue Impulse
Cristiano Cantisani ist neuer Präsident der Bilateralen Körperschaft für das Handwerk der Provinz Bozen (EBA-BKH), Martin Voppichler übernimmt das Amt des Vizepräsidenten. Der Verwaltungsausschuss hat beide einstimmig gewählt. Sie treten die Nachfolge von Martin Haller und Klaus Schier an.
Die Führungsorgane der Bilateralen Körperschaft werden im Dreijahresrhythmus von den Sozialpartnern bestellt und sind paritätisch besetzt. Cantisani, Präsident von CNA Alto Adige Südtirol, wurde von den Arbeitgeberorganisationen nominiert. Voppichler, Vertreter der Gewerkschaft SGB-CISL, vertritt die Arbeitnehmerseite.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1988 bildet die Bilaterale Körperschaft eine tragende Säule der Sozialpartnerschaft im Südtiroler Handwerk. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen gestalten die Einrichtung gemeinsam und verwalten Leistungen sowie Dienstleistungen für Betriebe und Beschäftigte. Dieses partnerschaftliche Modell hat wesentlich zur Stabilität und Weiterentwicklung des Handwerks beigetragen.
Zu den wichtigsten Meilensteinen zählt die rechtliche Anerkennung des Bilateralen Solidaritätsfonds für das Handwerk (FSBA) im Jahr 2016. Seither verwaltet dieser die Lohnausgleichsleistungen für Handwerksbetriebe eigenständig und unabhängig vom staatlichen Sozialversicherungsträger INPS. Ein Jahr später bezogen die Bilaterale Körperschaft, die Bilaterale Körperschaft für Arbeitssicherheit im Handwerk (BKSH), die territorialen Sicherheitsbeauftragten der Arbeitnehmer sowie der ergänzende Gesundheitsfonds SANI-FONDS gemeinsam das „Haus der Sozialpartner im Handwerk“ in Bozen. Es steht bis heute sinnbildlich für die enge Zusammenarbeit der Sozialpartner und ihr gemeinsames Ziel, das Handwerk nachhaltig zu stärken.
Bei der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses würdigte der scheidende Präsident Martin Haller, Präsident des lvh.apa, die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Während seiner vier Amtsperioden sei es gelungen, die Sozialpartnerschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln und zahlreiche Leistungen für Betriebe und Beschäftigte auszubauen.
Sein Nachfolger Cristiano Cantisani kündigte an, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Die Bilaterale Körperschaft werde weiterhin auf Zusammenarbeit, Innovation und den Ausbau ihrer Dienstleistungen setzen. Ein besonderes Augenmerk gelte künftig der Arbeitssicherheit sowie der Entwicklung neuer Maßnahmen, die den Handwerksbetrieben und ihren Mitarbeitenden einen konkreten Mehrwert bieten.
Das Leistungsspektrum der Bilateralen Körperschaft umfasst unter anderem Zuschüsse für den Erwerb des Meistertitels, die Lehrlingsausbildung und berufliche Weiterbildung. Hinzu kommen Unterstützungen bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit, Beiträge zum Führerscheinerwerb, ein Bestattungskostenzuschuss, Förderungen für Familien sowie Prämien für langjährige Betriebszugehörigkeit.
Im Bild (von links): Martin Voppichler, Cristiano Cantisani und Martin Haller im Haus der Sozialpartner im Handwerk – (c) lvh.apa
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