Schulstart: Alle Wege offen
Für Tausende Jugendliche beginnt in der kommenden Woche ein neuer Abschnitt. Ob Lehre oder Fachschule: Ihnen stehen heute mehr Möglichkeiten offen als je zuvor.
Allein an den deutschsprachigen Berufs- und Fachschulen sind für das Schuljahr 2026/27 rund 8.707 Jugendliche eingeschrieben. Das Angebot der berufsbildenden Schulen reicht dabei von der dualen Lehre mit Ausbildung in Handwerksbetrieben und Landesberufsschulen bzw. Berufsbildungszentren bis zur schulischen Vollzeitausbildung.
Neu ist in diesem Schuljahr: Wer heute mit 15 in die Werkstatt geht, kann einen Bildungsweg einschlagen, der bis zum Studium führt. Seit dem Bildungsomnibus vom Juni 2026 ermöglicht das Meisterdiplom auch ohne Matura den Zugang zu fachlich entsprechenden Studiengängen an der Freien Universität Bozen.
Im Vorfeld des Schulstarts kamen deshalb Vertreter von Handwerk und Berufsbildung im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) in Bozen zum Austausch zusammen. Mit dabei waren lvh-Vizepräsident Hannes Mussak sowie Peter Prieth, Landesdirektor für die deutschsprachige Berufsbildung, Giuseppe Delpero, Landesdirektor für die italienischsprachige Berufsbildung, und Heinrich Videsott, Landesdirektor der ladinischen Kindergärten und Schulen.
Berufliche Bildung mit Perspektive
„Berufliche Bildung ist keine Einbahnstraße. Sie eröffnet Wege, die weit über den ersten Berufsabschluss hinausführen“, betont Peter Prieth.
Giuseppe Delpero richtet den Blick auf die individuellen Fähigkeiten: „Es gibt nicht den einen richtigen Bildungsweg. Jeder junge Mensch bringt andere Stärken mit, auf denen er aufbauen kann.“
Für Heinrich Videsott steht das lebenslange Lernen im Mittelpunkt: „Lernen endet nicht mit einem Abschluss. Es bleibt ein wichtiger Teil des gesamten Berufslebens.“
Starke Ausbildung im Handwerksbetrieb
Hierbei spielen die Lehrbetriebe eine zentrale Rolle. Mussak unterstreicht ihre Bedeutung:
Genau hier setzt ab November das Pilotprojekt „Zusammen für Ausbildungserfolg – Handwerksbetriebe im Fokus“ an. Bis Juni 2027 begleitet der lvh die teilnehmenden Betriebe dabei, ihre Ausbildungsarbeit gezielt weiterzuentwickeln. In fünf praxisnahen Modulen stehen Kommunikation, Motivation und Konfliktlösung im Ausbildungsalltag im Mittelpunkt. Zwei Workshops richten sich direkt an Lehrlinge.
Die Ausbildungsbetriebe bringen dabei ihre Praxiserfahrungen aktiv ein. Die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt sollen anschließend allen Südtiroler Handwerksbetrieben zugutekommen und die Ausbildungsqualität stärken.
Ob Lehre oder Fachschule: Für viele Jugendliche heißt es jetzt, Neues zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und den nächsten Schritt in die Berufswelt zu machen. Der lvh und die Berufsbildung des Landes wünschen allen Jugendlichen einen guten Start und viel Erfolg im neuen Schul- und Ausbildungsjahr.
Im Bild (v.l.): Hannes Mussak, Giuseppe Delpero, Peter Priet und Heinrich Videsott – © lvh.apa
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