Handwerk. Arbeitet. Nachhaltig.

Das Handwerk steht für nachhaltiges Wirtschaften wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig. Hochwertige Arbeit, gute Aus- und Weiterbildung und eine Verankerung in der lokalen Gesellschaft gehören zum Wesen handwerklichen Unternehmertums. Ökonomische, ökologische und soziale Werte lebt das Handwerk seit vielen Jahrzehnten vorbildhaft vor. Im neuen Jahr möchte der lvh den Handwerksbetrieben bei der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie unter die Arme greifen und neue Instrumente anbieten.

(von links): Werner Schönthaler (Schönthaler Bausteinwerk), Christine Avenarius, Robert Pohlin (Elpo), Helene Complojer (Complojer Inneneinrichtung) und Hannes Mussak (lvh-Vizepräsident)Nachhaltigkeit hat viele Facetten. Mittlerweile gehen die Anforderungen weit über effiziente Ressourcennutzung und Umweltschutz hinaus. Auch in der Wirtschaft. „Nachhaltig zu leben und zu arbeiten bedeutet Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen“, betonte lvh-Vizepräsident Hannes Mussak beim heutigen Mediengespräch zum Thema Nachhaltigkeit im Haus des Handwerks. „Seit Jahrzehnten lebt das Handwerk nachhaltige Konzepte wie die Ausbildung von jungen Menschen, hochwertige Arbeitsdienstleistungen und eine tiefe Verankerung in der Gesellschaft ohne sich dessen selbst bewusst zu sein oder dies klar zu kommunizieren. Nun möchten wir das Thema verstärkt sichtbar machen und neue Denkanstöße für unsere Betriebe liefern.“

Die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH e. V.) in Berlin analysiert seit einiger Zeit in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt gemeinsam mit den Geschäftsführern und Inhabern von Handwerksbetrieben betriebsinterne Abläufe, verwendete Materialien, Arbeitsfelder usw. Projektleiterin Christine Avenarius erläuterte: „Das Handwerk lebt und arbeitet seit jeher nachhaltig. Es gibt allerdings drei Bereiche, wo Optimierungspotential herrscht. Dazu zählen Arbeitsmaterial, Arbeitsprozesse und Angebote für Kunden für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen.“

Nennenswert im Bereich der Nachhaltigkeit sei auf jeden Fall die ökonomische Relevanz der Reparatur im Handwerk. Rund 44 Prozent aller Reparaturumsätze werden z.B. in Deutschland von Handwerksbetrieben erwirtschaftet. „Im Vergleich mit anderen Sektoren treten dabei sieben überdurchschnittlich stark durch das Handwerk geprägte Reparaturbereiche hervor. Dazu zählen Reparaturen im Kfz-Bereich, der Unterhaltungselektronik, bei Schmuck, Haushalts- und Gartengeräten, Schuhen und Lederwaren sowie elektrischen Ausrüstungen.
Eine bedeutende Rolle spielt das Handwerk auch bei der Energiewende: In Deutschland ist es mit 30 verschiedenen Gewerken daran beteiligt. Die Nachhaltigkeit sichtbar zu machen ermöglicht laut Avenarius eine starke Differenzierung des Unternehmens in Hinblick auf Mitbewerber und ist vor allem ein Instrument, um Fach- und Führungskräfte zu gewinnen.

Wie ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit von Betrieben bereits erfolgreich gelebt wird, zeigten die drei Unternehmen Complojer Inneneinrichtung, Elpo Elektrotechnik und Schönthaler Bausteinwerk. Helene Complojer berichtete über den Erfolg eines modularen Kinderbetts, Werner Schönthaler informierte über den Einsatz und die Vorteile von Hanfziegeln im Baubereich und Robert Pohlin präsentierte die betriebsinterne Lehrlings- und Ausbildungsstrategie.

Bedingt durch die veränderte Nachfrage und das Interesse von Kunden und Lieferanten, wird der lvh im Jahr 2020 dem Thema noch stärker lancieren. „Wir möchten unseren Mitgliedern konkrete Instrumente in die Hand geben, noch nachhaltiger zu werden und sie bei der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen“, erklärte Mussak abschließend.

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