Staat baut Schuldenberg nur langsam ab

Trübe Aussichten für die italienischen Unternehmen: Die Chancen, dass die öffentliche Verwaltung den bei den Unternehmen angehäuften Schuldenberg bis zum Ende des Jahres abzahlt, stehen schlecht. „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, deshalb sollten wir das primäre Ziel nicht aus den Augen verlieren", erklärt lvh-Präsident Gert Lanz.

lanz quer 298Neue Analysen des Dachverbandes Confartigianato bestätigen: die Schulden der öffentlichen Verwaltungen in Italien gegenüber Unternehmen sind immer noch bedeutend hoch. Zum 21. Juli wurde den Betrieben ein Teil der Schulden sprich 26.139 Millionen Euro bezahlt. Dies sind 55 Prozent der bereitgestellten 47.519 Millionen Euro im Jahr 2013 dank des "Sblocco debiti"-Dekrets und im Jahr 2014 dank des Stabilitätsgesetzes . Die übrigen 21 Milliarden sind allerdings noch ausständig. „Dieses Geld fehlt fühlbar in der Realwirtschaft. Viele Unternehmen leiden immer noch an Liquiditätsengpässen aufgrund der stagnierenden Wirtschaftssituation, der hohen Steuerlast und der trägen Zahlungsmoral. Wir begrüßen die Bemühung der römischen Regierung, allerdings müssen so schnell wie möglich weitere Mittel für die Begleichung der Schulden freigemacht werden", unterstreicht Gert Lanz, Präsident im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh).
Eine Umfrage der Confartigianato hat weiters ergeben, dass nur sehr wenige Unternehmen in Kenntnis der Internetplattform www.certificazionecrediti.mef.gov.it sind, auf der sich die Betriebe registrieren und sich die ausstehenden Forderungen bescheinigen lassen können. „Jeder Weg zum Abbau der Schulden und zur Liquiditätsbeschaffung der Wirtschaft ist begrüßenswert. Bis zur endgültigen Schuldentilgung haben wir aber noch einen langen Weg vor uns. Auf keinen Fall darf es zu neuen bürokratischen Belastungen kommen, die die geschwächte Wirtschaft in Italien noch weiter bremsen. Oberstes Ziel muss es sein, das Wirtschaftsrad schnellstens wieder zu beleben", so Lanz.

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