Das italienische Handwerk druckt sich aus der Krise (Teil 1)

Teil 1 der Artikelserie zum 3D-Druck.

Mit 3D-Druckern haben verschiedenste Handwerksbetriebe Italiens der anhaltenden Wirtschaftskrise den Kampf angesagt. Und das erfolgreich. Viele sehen den Vormarsch der 3D-Drucktechnologie als eine neue Industrielle Revolution und sie beginnt nun auch in Südtirol Fuß zu fassen.

rhizaria 1Wie unlängst die deutsche Zeitschrift ‚Die Welt' in einem Artikel titelte, „könnten die digitalen Handwerker das italienische Handwerk retten" (01.07.2014). So berichtete sie unter anderem über die Glasbläserei Salviati in Murano, gegründet 1859, die seit rund einem Jahr einzelne Teile ihres Lampensortiments mit einem 3D-Drucker herstellt. Der Geschäftsleiter Dario Stellon ist davon überzeugt, dass nur solche innovativen und bahnbrechenden Erfindungen das Potential haben, das italienische Handwerk aus der aktuellen Krise zu ziehen. In Zusammenarbeit mit der Firma HSL, mit Sitz in Trient und seit einigen Jahren spezialisiert auf den 3D-Druck, produziert die venezianische Glasbläserei mithilfe eines solchen 3D-Druckers das weiße Gitternetz, das die Lampe des Modells ‚Rhizaria' umgibt.
rhizaria 2Das Unternehmen HSL (Hic leones sunt- Hier sind die Löwen), gegründet von Ignazio Pomini im Jahre 1988, war das erste Italiens, das in den 80er Jahren in einen 3D-Drucker investierte und seitdem Erfolgszahlen schreibt. Mittlerweile schaffte es die Firma drei verschiedene Produktlinien aus den Sektoren Automobilindustrie, Schmuck und Designobjekte umzusetzen, bei denen der 3D Druck zum Einsatz kommt. In Zukunft will das Unternehmen versuchen, auch in andere Bereiche, wie etwa Metall oder Kleidung, zu expandieren.
Mehr als die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung Italiens ist in Kleinst- bzw. Kleinunternehmen beschäftigt, d.h. in Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern. Und genau diejenigen hat die Wirtschaftskrise am härtesten getroffen. Die Produktionskosten sind oft rhizaria 3nicht tragbar, Transport- und Logistikprozesse kompliziert und unübersichtlich, der Preiskampf mit der Konkurrenz aus dem Ausland ist aussichtslos. Der 3D-Druck könnte für viele Handwerksbetriebe einen Ausweg aus dieser Lage bedeuten, denn er erlaubt effiziente, flexible Verfahren und eine werkzeuglose Fertigung. Mithilfe dieser innovativen Produktionsweise können Prototypen kostengünstig hergestellt (Rapid Prototyping) und individuelle und komplexe Produkte in Serie produziert werden. Durch die daraus folgende Kostenreduzierung ist es oft möglich, ausgelagerte Verfahren wieder in die eigene Betriebsstätte zurückzuholen.
Konzepte wie das „Make in Italy" und sogenannte FabLabs scheinen nur so aus dem Boden zu sprießen und auch in Südtirol gewinnt der 3D-Druck immer mehr an Bedeutung.

Mehr zum Thema 3D-Druck folgt in den nächsten zwei Artikeln!

Nähere Infos zu Open Innovation Südtirol bei der Innovationsberatung im lvh oder unter +39 0471 323245.

Teil 2: 3D-Druck für alle - vom Handwerker bis zum Heimwerker

Teil 3: 3D-gedruckt ist halb gewonnen - auch in Südtirol!

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