Es wird ein Kraftakt, der nur gemeinsam zu schaffen ist

Auch heute hat der lvh seine Mitglieder in einer Videokonferenz über die neue Covid-19-Verordnung informiert. Landesrat Philipp Achammer forderte die Unternehmer zum Zusammenhalt auf. Der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Florian Zerzer und Notarzt Patrick Franzoni klärten über die derzeitige Situation in den Südtiroler Krankenhäusern sowie das Ziel und Vorgehen der Massenscreenings auf.

(von links): Dr. Patrick Franzoni und Florian Zerzer bei der heutigen Videokonferenz(von links): Dr. Patrick Franzoni und Florian Zerzer bei der heutigen VideokonferenzAufgrund der großen Nachfrage und des positiven Feedbacks hat der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) eine weitere Videokonferenz für seine Mitglieder organisiert. „Südtirols Betriebe sollen wissen, dass wir in dieser Situation bei ihnen sind und sie unterstützen. Insofern möchten wir euch auf politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Ebene die Ziele und Strategien der bestehenden Maßnahmen erläutern“, erklärte lvh-Präsident Martin Haller.

Am heutigen Samstag informierte zunächst Wirtschafts- und Bildungslandesrat Philipp Achammer über die aktuelle Situation: „Südtirol hat derzeit einen Kraftakt zu stemmen. Die Ansteckungsrate durch Covid-19 ist nach wie sehr hoch. Mit der letzten Verordnung haben wir versucht, einen akzeptablen Weg zu gehen, was insbesondere das Baugewerbe und die Produktion angeht. Nichtsdestotrotz muss es uns so schnell wie möglich gelingen, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Aus diesem Grund haben wir uns für flächendeckende Tests entschieden. Versuchen wir bitte gemeinsam, diese Chance wahrzunehmen und die weitere Virusverbreitung zu bremsen.“

Details zu der bestehenden Situation in Südtirols Krankenhäusern erläuterte der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Florian Zerzer. „Südtirol verfügt im Normalfall über 35 Intensivbetten. Die Kapazitäten wurden aufgestockt und heute gibt es aufgrund von Covid-19 44 Intensivpatienten, welche betreut werden müssen. Wenn die Welle nicht sofort gebrochen wird, ist in Südtirol bald kein Bett mehr auf den Intensivstationen verfügbar und dies könnte zu enormen Problemen für das gesamte Gesundheitssystem führen.“

Der Notarzt und Projektleiter von „Südtirol testet“ Patrick Franzoni erläuterte das Vorgehen bei den vorgesehenen Massentests am kommenden Wochenende: „350.000 Personen zu testen ist eine enorme Herausforderung. An drei Tagen werden landesweit 184 Teststationen eingerichtet, wo spezialisiertes Personal die Tests abnehmen wird. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Helfern wie Feuerwehren sollen die Sicherheit und der Abstand der Personen gewährleistet werden. Die Ergebnisse liegen in kürzester Zeit vor, sodass es mit diesem Massenscreening gelingen soll, so schnell wie möglich infizierte Personen ausfindig zu machen und die Ansteckungswelle einzudämmen.

Im Rahmen der Videokonferenz hatten die über 300 lvh-Mitglieder die Möglichkeit, konkrete Fragen zur neuen Verordnung und zu den vorgesehenen Tests zu stellen. „Uns ist allen klar, dass die Einschränkungen wirtschaftliche Einbußen mit sich bringen besonders für jene Sektoren, die derzeit nicht arbeiten können wie zum Beispiel die Körperpflegeberufe oder die Mietwagenunternehmen und Eventdienstleister, welche zudem unter fehlenden Aufträgen leiden. Nichtsdestotrotz ist dieser Kraftakt nur gemeinsam stemmbar. Einmal mehr heißt es in Südtirol zusammenhalten und Solidarität zeigen“, unterstrich Haller abschließend.

Bitte einloggen, um diesen Artikel kommentieren zu können.

Diese Webseite verwendet eigene technische Cookies und Cookies Dritter, damit Sie effizient navigieren und die Funktionen der Webseite einwandfrei nutzen können.