Laaser Handwerk: „Brauchen die 0-km-Regelung!"

Die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen, die Direktvergabe bei öffentlichen Aufträgen, übertriebene Arbeitssicherheitsbestimmungen und das Krankenhaus Schlanders - zahlreich waren die Themen bei der Ortsversammlung der Laaser Handwerker. Neben dem Bericht aus der Gemeindestube hörten die Anwesenden außerdem einen Fachvortag über Kreditvergabe und Garantiegenossenschaften.

Bernhard Riedl, der lvh-Ortsobmann von Laas, berichtete in seiner Ansprache von den zahlreichen Tätigkeiten des letzten Jahres. „Es hat ein Wirtschaftstreffen mit Riedl-Bernhard---OO-LaasBernhard Riedl, lvh-Ortsobmann von LaasLandeshauptmann Arno Kompatscher gegeben und bei einer Landestagung der Ortsobmänner im November wurden Kontakte mit Funktionären aus allen Teilen Südtirols geknüpft und gefestigt", erzählte der Obmann und führte noch einige weitere Höhepunkte und Schwerpunktthemen von 2014 aus. Dabei ging er vor allem auf die schwierigen Rahmenbedingungen ein, die den Unternehmen heutzutage aufgezwungen werden. „Die Betriebe würden sehr gerne wieder vermehrt Lehrlinge einstellen, aber die teils unmöglichen Sicherheitsbestimmungen blockieren alles", stellte er mit Bedauern fest. „Auch das Bürokratieproblem ist nach wie vor nicht gelöst, sondern scheint eher noch zuzunehmen", so Riedl weiter und führte als Negativbeispiel die Abrechnungen bei öffentlichen Ausschreibungen an.

Mehr Direktvergabe!

Bezirksobmann Andreas Nagl ging auf das viel diskutierte Thema der öffentlichen Ausschreibungen ein. „Die Direktvergabe müsste vermehrt zur Anwendung kommen. Obwohl diese nämlich gesetzlich vielfach möglich wäre, wird sie leider nur selten angewandt", so Nagl. Die duale Ausbildung sei laut Nagl der Grund, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Handwerk vergleichsweise niedriger sei als in anderen Sektoren. Dieser Vorteil müsse vermehrt aufgezeigt werden. Der Bezirksobmann sprach sich außerdem für den vollständigen Erhalt des Krankenhauses in Schlanders aus. „Wenn das Spital die geplanten Einschränkungen erfährt, wird es über kurz oder lang geschlossen. Das würde wiederum Abwanderung und eine Verminderung der Lebensqualität zur Folge haben", meinte Nagl und rief die Anwesenden dazu auf, sich für die Institution einzusetzen.

GIS gesenkt

"Die Gemeinde hat es sich zum Ziel gesetzt, die Steuerbelastungen für die Betriebe zu reduzieren. Deshalb haben wir die Gemeindeimmobiliensteuer, kurz GIS, gesenkt", informierte Bürgermeister Andreas Tappeiner. Bezüglich der öffentlichen Ausschreibungen hoffte er, dass das neue Vergabegesetz wie geplant bis Sommer 2015 verabschiedet wird. „Wir brauchen unbedingt die 0-km-Regelung bei der Vergabe!", betonte Tappeiner und appellierte. Auf die Anfrage aus dem Publikum, warum die Gemeinde kürzlich bei einer Ausschreibung nicht die 40.000-Euro-Grenze für die Direktvergabe angewandt hat, gab der Bürgermeister zu Antwort, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen die Vergabe an die Betriebe vor Ort oftmals nicht zulassen. Es müsse auch die Rotation gewährleistet sein, was sie in diesem Falle nicht gewesen wäre, bedauerte er.

Kredite für Betriebe

„Viele Faktoren beeinflussen die Entscheidung der Bank bei der Kreditvergabe", erklärte Hermann Thaler von der lvh-Kreditberatung. „Die Betriebsbilanz, der Businessplan, Organisation und Management, aber auch Branchen-Konjunktur und die Abwägung der Rückzahlungsfähigkeit sind maßgebliche Komponenten", fasste Thaler zusammen. Dabei verwies er auch auf die Garantiegenossenschaften, die den Zugang zu Krediten für KMU erleichtern.

Diese Webseite verwendet eigene technische Cookies und Cookies Dritter, damit Sie effizient navigieren und die Funktionen der Webseite einwandfrei nutzen können.