„Wir riskieren, weiter nur eine untergeordnete Rolle zu spielen"

Dass eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden für das Wohl der lokalen Wirtschaft von größter Bedeutung ist, war man sich bei der Jahreshauptversammlung der lvh-Ortsgruppen von Niederdorf und Prags einig. Dabei wurde auch die Wichtigkeit der kommenden Gemeinderatswahlen betont und die Handwerker wurden dazu aufgerufen, sich der Wahl zu stellen. An der Tagesordnung des Treffens stand neben dem Tätigkeitsbericht auch ein Vortrag über betriebliche Ressourceneffizienz.

niederdorf ov_800„Es ist nicht einfach, die Anliegen des Handwerks in die Gemeindepolitik zu bringen", waren die Worte Erhard Stolls, lvh-Ortsobmann von Niederdorf. Bei den anstehenden Gemeindewahlen werde es daher Einigkeit und Zielstrebigkeit brauchen, sonst riskiere das Handwerk weiter nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, so der Obmann. Er sprach auch im Namen des Ortsobmannes von Prags, Richard Nocker, der krankheitsbedingt fehlte.
Schriftführerin Sabrina Argieri präsentierte das bunte Programm der Ortsgruppen im vergangenen Jahr: eine Infoveranstaltung zur energetischer Gebäudesanierung und den Steuerabschreibemöglichkeiten, die Teilnahme an den Sitzungen des Wirtschaftsstammtisches, ein Preiswatten, ein Handwerker-Wandertag und ein Backtag für Kinder waren nur einige der Höhepunkte. Für 2016 habe sich Niederdorf/Prags als Austragungsort für den lvh-Wintersporttag beworben und den Zuschlag erhalten, berichtete Argieri außerdem erfreut.

Zugang zu Fördermitteln erschwert

Josef Schwärzer, Bezirksobmann des Unterpustertals, vertrat Bezirksobmann Paul Niederkofler, den Obmann des Oberen Pustertales. In seinem Tätigkeitsbericht informierte der Bezirksobmann über die Treffen der Pustertaler Wirtschaftstreibenden mit den politischen Vertretern. Es seien einige ermutigende Maßnahmen der Landesregierung festzustellen, es müssten aber, so Schwärzer, noch viele konkrete Schritte folgen. „Als Handwerker haben wir wenig Freude mit der geplanten Neuausrichtung der Förderungspolitik, die den gleichberechtigten Zugang zu Fördermitteln sehr erschweren würde", so Schwärzer. In seinem Rückblick erwähnte Schwärzer auch die Aussprache mit L.Abg. Christian Tschurtschenthaler, der den Bezirksausschuss über größere Bauvorhaben informierte, darunter das Eisstadion Bruneck, geplante touristische Bauten sowie das Mobilitätszentrum.

Einiges nicht nach Vorstellungen verlaufen

Bürgermeister Kurt Ploner überbrachte die Grüße der Gemeindeverwaltung, auch in Vertretung seines verhinderten Bürgermeisterkollegen Alfred Mutschlechner aus Prags. Er bedauerte, dass aufgrund der bisherigen Kräfteverhältnisse im Gemeinderat, einiges nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen sei. Er rief die Handwerker dazu auf, aktiv das Gemeindegeschehen mitzubestimmen und sich als Kandidaten zur Verfügung zu stellen. Da die finanziellen Mittel der Gemeinde, aufgrund fehlender anderweitiger Finanzquellen, sich nur auf das eigene Steueraufkommen und die Zuweisungen des Landes beschränken, könnten auch keine großen Sprünge gemacht werden. Was die Breitbandanbindung angehe, so sei man nun auf einem befriedigenden Stand, der Masterplan sei gemacht, nun gelte es, so schnell als möglich, die Investition zu realisieren, sagte Ploner.

Wettbewerbsfähigkeit steigern

Birgit Hafner von der lvh-Innovationsabteilung referierte über betriebliche Ressourceneffizienz von Handwerksbetrieben und zeigte konkrete Schritte auf, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Im europaweiten Vergleich zeige sich deutlich, dass aufgrund der Kleinstrukturiertheit der italienischen (und auch der Südtiroler) Betriebe, großes Potenzial zur Effizienzsteigerung bestehe. „Ganz zentrale Punkte, denen die Betriebe erhöhte Aufmerksamkeit schenken müssen, sind beispielsweise die Einsparung bei Energiekosten, Nutzung des Potenzials und den Einsatz innovativer Technologie", sagte die Referentin.

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