Bozen: Handwerker treffen auf Bürgermeisterkandidaten

Wichtiger Termin für die Handwerker des Bezirks Bozen Stadt gestern im Haus des Handwerks: Der Bezirksausschuss Bozen Land hat sich mit acht der neun Bürgermeisterkandidaten der Südtiroler Hauptstadt getroffen, um die wichtigsten aktuellen Themen und Probleme des Handwerks in Bozen auszutauschen. Neben den öffentlichen Ausschreibungen, dem Sicherheitsproblem in Bozen und den Zukunftsplänen für die Stadt, stand auch die Entbürokratisierung zur Debatte.

Foto incontro con i candidati sindaci di Bolzano - 3lvh-Bezirksobmann von Bozen-Stadt Ivan Bozzi„Die Zahlen beweisen, dass das Handwerk bei uns stark aufgestellt ist, denn allein in Bozen gibt es rund 2.200 Betriebe mit ca. 6000 Mitarbeitern", erklärte Ivan Bozzi, der lvh-Bezirksobmann von Bozen Stadt. „Allein diese Ziffern ermutigen uns, hier heute jene Themen vorzustellen, die diesen Teil der Bevölkerung beschäftigen und die dazu beitragen sollen, Bozen für seine Bürger lebenswerter zu machen", so Bozzi weiter.
Hohe Priorität hat auch für die Handwerker das derzeitige Sicherheitsproblem in der Hauptstadt. „Ein Problem, das dringend konkret und effektiv angegangen werden muss. Denn alle haben ein Recht auf Sicherheit. Wenn sie nicht gewährleistet wird, wirkt sich das nicht nur auf die Bürger aus, sondern auch auf die Investitionen, die Entwicklung der Arbeitskraft und die Unternehmerschaft.
Kernthema auch die Ausbildung der Jugendlichen, die im Südtiroler Handwerk schon seit langer Zeit einen besonderen Stellenwert einnimmt. „Auch sie gewährt unserer Jugend Sicherheit. In der Ausbildung lernen die Jugendlichen neben dem Fachwissen auch sich an Regeln zu halten. Außerdem sind sie durch ihre Lehrverträge auch versicherungstechnisch abgesichert und verdienen ihr eigenes Geld", zeigte Bozzi die Vorzüge der Lehre auf, die es in den nächsten Jahren noch stärker zu festigen gelte.

Öffentliche Ausschreibungen

Und auch die öffentlichen Ausschreibungen kamen beim Treffen zur Sprache. „Am wichtigsten ist die Aufteilung der Arbeiten in Lose und Gewerke und die rasche Ausarbeitung des lokalen Vergabegesetzes", waren sich die Handwerker einig. Auch die Direktvergabe für Projekte unter 40.000 Euro müsse stärker zur Anwendung kommen. Außerdem müsse die ausgeuferte Bürokratie schnellstens eingestellt werden, die nicht nur den Handwerksbetrieben, sondern auch den Gemeinden und deren Technikern", fasste Bozzi im Namen der Bozner Handwerker zusammen.
Wichtiger Punkt der Zusammenkunft war auch die zukünftige Stadtentwicklung von Bozen. „Leider fehlt bis dato noch die Langzeitplanung für die Stadtentwicklung in den nächsten 20-30 Jahren, obwohl so ein Konzept für die Steigerung der Lebensqualität dringend notwendig wäre. Von 2011 bis 2016 wurden leider die Geldmittel aber um 21% gekürzt, was die Möglichkeiten für Investitionen in das Gemeinwohl stark einschränkt. Die Aufgabe des neuen Bürgermeisters wird es aber sein müssen, den Wert Bozens auf Provinzebene zu festigen. Bozen ist nämlich die Hauptstadt Südtirols und wird es auch bleiben!"

Zufrieden mit den Antworten der Bürgermeisteranwärter

Foto incontro con i candidati sindaci di Bolzano - 1Die Anwesenden der Gesprächsrunde"Wir sind sehr zufrieden mit den Antworten, die wir von den Bürgermeisteranwärtern erhalten haben", so Ivan Bozzi. „Es freut uns, dass acht der neun Anwärter (es fehlte Dado Duzzi) unserer Einladung gefolgt sind, uns angehört und uns ihre Unterstützung zugesichert haben. Natürlich erwarten wir, dass die Versprechen auch noch nach der Wahl Gültigkeit haben und in die Praxis umgesetzt werden. Deshalb haben wir für die Kandidaten auch eine Liste mit den wichtigsten Themen des lokalen Handwerks ausformuliert und sie ihnen mitgegeben. Wir hoffen, dass davon auch Gebrauch gemacht wird."

Die Kernthemen, die der Bezirksausschuss Bozen Land den Bürgermeisterkandidaten vorgestellt hat:

  • Öffentliche Ausschreibungen in Lose und Gewerke und einen vereinfachten Zugang der örtlichen Kleinbetriebe zur Vergabe der Arbeiten, zudem stärkere Nutzung der Möglichkeit zur Direktvergabe bei Projekten unter 40.000 Euro
  • Sicherheit als Recht für alle
  • Bürokratieabbau und Reduktion der exzessiven Auflagen in Bezug auf die Arbeitssicherheit, um die derzeitige Benachteiligung der KMU aufzuheben und weitere Betriebsschließungen zu riskieren
  • Sensibilisierung für nachhaltige Innovationen und die Professionalisierung der Weiterbildung, die kompetente und berufsspezialisierte Arbeitskräfte für die Branchen gewährleistet
  • Unterstützung für jene Betriebe, die Lehrlinge einstellen und dadurch neue Arbeitsplätze schaffen
  • Hervorhebung der regionalen Produkte und der hohen Qualität, für die Südtirol steht
  • Die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen der Lokalpolitik und dem Handwerk, mit dem Ziel gemeinsam zu wachsen und Maßnahmen umzusetzen
  • Ausreichend Auf- und Abladeflächen in der Stadt, um die innerstädtischen Kreisläufe zu begünstigen

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