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„Handwerk ist keine Alternative, sondern die beste Option“

Die Landesversammlung des Wirtschaftsverbandes Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) im Haus des Handwerks in Bozen stand heute ganz im Zeichen eines zentralen Themas: Wie denkt die junge Generation über Arbeit – und was bedeutet das für das Handwerk? 

Datum
18.04.2026
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Unter dem Leitmotiv „Millennials – eine Generation, die Arbeit neu denkt“ wurde deutlich: Die Erwartungen an Beruf, Karriere und Lebensgestaltung haben sich grundlegend verändert. Für das Handwerk liegt darin eine Herausforderung – aber vor allem eine große Chance.
Im Austausch zwischen Handwerk, Politik und Expertinnen wurde klar: Wer die Zukunft gestalten will, muss verstehen, was junge Menschen antreibt – und daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Handwerk ist Zukunft
lvh-Präsident Martin Haller griff dieses Thema in seiner Eröffnungsrede direkt auf und stellte die Verbindung zwischen Generationenwandel und Zukunftsfähigkeit her: 

„Das Handwerk hat Zukunft. Aber diese Zukunft passiert nicht von allein – wir müssen sie aktiv gestalten“, betonte der lvh-Präsident. 

Dabei gehe es vor allem darum, die Bedürfnisse der jungen Generation ernst zu nehmen. Denn Millennials und die nachfolgenden Generationen stellen neue Fragen: nach Sinn, nach Lebensqualität und nach persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. „Das Handwerk ist nicht die Alternative – es ist eine der besten Optionen für die Zukunft“, so Haller weiter. 

Gerade in diesem Spannungsfeld zwischen neuen Erwartungen und bewährten Werten rückt ein zentraler Aspekt wieder stärker in den Fokus: die Bedeutung von Leistung im Handwerk. 

Engagement, Qualität und Einsatzbereitschaft sind die Grundlage für den Erfolg eines jeden Betriebs. Leistung wird dabei nicht nur als wirtschaftlicher Faktor verstanden, sondern als Ausdruck von Haltung und Verantwortung. Sie schafft Identifikation im Unternehmen, stärkt das Selbstbewusstsein der Handwerkerinnen und Handwerker und sendet ein klares Signal nach außen: Das Handwerk steht für Kompetenz, Qualität und Zukunft. Es bietet sinnstiftende Arbeit, sichtbare Ergebnisse und echte Selbstverwirklichung – Werte, die für junge Menschen zunehmend entscheidend sind. 

Grußworte des Landeshauptmanns
Landeshauptmann Arno Kompatscher knüpfte in seinen Grußworten an diese Überlegungen an und unterstrich die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Themas: „Wenn wir wollen, dass junge Menschen in Südtirol bleiben und hier ihre Zukunft aufbauen, müssen wir die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Leistung, Innovation und Lebensqualität zusammenpassen.“
Das Handwerk spiele dabei eine zentrale Rolle: Es verbinde Tradition mit modernen Perspektiven und biete jungen Menschen konkrete Chancen, sich im eigenen Land zu verwirklichen.

Im Gespräch mit…
Wie diese Herausforderungen konkret aussehen, zeigte die anschließende Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Handwerk: Landesrat Philipp Achammer und Landesrat Christian Bianchi diskutierten gemeinsam mit Jungunternehmerin Franziska Haller (Spinnradl GmbH) und Jungunternehmer Patrick Gampenrieder (Tischlerei Gampenrieder GmbH). 
Im Mittelpunkt standen Themen wie Abwanderung, Fachkräftemangel, Attraktivität der dualen Ausbildung sowie bürokratische Hürden für junge Unternehmerinnen und Unternehmer.
Deutlich wurde: Die Entscheidung, in Südtirol zu bleiben oder ein Unternehmen zu gründen, hängt heute stärker denn je von den Rahmenbedingungen ab – von leistbarem Wohnraum über Finanzierungsmöglichkeiten bis hin zu unternehmerischer Freiheit. Gleichzeitig wurde klar, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – wenn die Perspektiven stimmen.

Millennials – die knappe Ressource auf dem Arbeitsmarkt
Den inhaltlichen Kern der Veranstaltung lieferte der Impulsvortrag von Trendforscherin Steffi Burkhart. Sie zeigte eindrücklich auf, wie sich die Werte der Millennials verändert haben – und welche Konsequenzen das für Unternehmen hat: „Die junge Generation sucht nicht nur einen Job – sie sucht Sinn, Entwicklungsmöglichkeiten und ein Umfeld, in dem sie sich entfalten kann“, so Burkhart.
Arbeit werde heute nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines ganzheitlichen Lebenskonzepts. Sicherheit allein reiche nicht mehr aus – entscheidend seien Identifikation, Flexibilität und persönliche Erfüllung. Gleichzeitig machte Burkhart deutlich, dass gerade das Handwerk ideale Voraussetzungen bietet: „Das Handwerk bietet genau das, was viele junge Menschen suchen: Selbstwirksamkeit, sichtbare Ergebnisse und echte Gestaltungsmöglichkeiten.“
Die Herausforderung liege daher weniger im Angebot als in der Wahrnehmung. Es gelte, die Stärken des Handwerks klarer zu kommunizieren und moderne Arbeitsrealitäten sichtbar zu machen.

Handwerk sind WIR
Zum Abschluss brachte lvh-Direktor Walter Pöhl die zentrale Botschaft der Veranstaltung auf den Punkt – und führte sie zurück auf das, was das Handwerk im Kern ausmacht: die Menschen. 
„Handwerk sind WIR. Und darauf sind wir stolz“, unterstrich Pöhl. Er betonte zudem die besondere Kultur des Miteinanders: „Im Handwerk arbeitet man nicht anonym. Man kennt sich, man unterstützt sich, man wächst gemeinsam.“ 
Gerade diese Werte seien es, die für junge Generationen wieder an Bedeutung gewinnen. Gemeinschaft, Sinn und Identität – all das könne das Handwerk bieten. Gleichzeitig brauche es Zusammenhalt, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen: „Viele Herausforderungen lassen sich nicht alleine lösen – aber gemeinsam sehr wohl“, so der lvh-Direktor.

Netzwerken, austauschen, Zukunft gestalten
Nach dem offiziellen Teil nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In Gesprächen, Begegnungen und neuen Impulsen wurde einmal mehr deutlich: Das Handwerk lebt vom Miteinander – vom Dialog zwischen Generationen, Betrieben und Entscheidungsträgern. 
Die Landesversammlung zeigte eindrucksvoll, dass das Südtiroler Handwerk bereit ist, sich den Veränderungen zu stellen und aktiv an der Zukunft zu arbeiten. 
Denn eines wurde an diesem Tag klar: Wer versteht, wie junge Menschen heute Arbeit denken, kann die Zukunft des Handwerks erfolgreich gestalten.

 

Bild 01 (von links): Philipp Achammer, Arno Kompatscher, Steffi Burkhart, Martin Haller, Walter Pöhl, Christian Bianchi und Hannes Mussak – Foto © Tania Marcadella

Bild 02: Martin Haller – Foto © Tania Marcadella

Bild 03 (von links): Christian Bianchi, Philipp Achammer, Franziska Haller, Patrick Gampenrieder und Moderatorin Nora Reichhalter – Foto © Tania Marcadella

Bild 04: Eindruck der Landesversammlung – Foto © Tania Marcadella

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