Betrieb des Monats - Klarer Kopf, cooles Klima

Kälte- und Klimatechniker: Ohne ihn würde das Eis im Gefrierfach schmelzen, das Fleisch in der Theke vergammeln. Roland Maier spricht über einen nachhaltigen Beruf.

Handwerkliches Können und Erfindergeist sind im Beruf gefragtDie Welt, wie wir sie kennen, wäre ohne Kälte- und Klimatechniker eine andere. Joghurt, Käse und Fleisch müsste man ungekühlt transportieren und lagern. Die Temperatur in Flugzeugen könnte nicht reguliert werden. Und im Krankenhaus würden die Blutkonserven zu Grunde gehen. „Es gibt kaum einen Kühlkreislauf, an dem Kälteklimatechniker keine Hand anlegen müssen“, erklärt Roland Maier. Die Liebe zu seinem Beruf ist mit den Jahren gewachsen. Heute spricht der Geschäftsführer von Frigomont in Kardaun begeistert über seine Aufgaben. Und das, obwohl er ursprünglich andere Pläne für seine Karriere hatte.

Können und Erfindergeist

Der Kälte- und Klimatechniker macht's möglich - Kühlregal im SupermarktEigentlich wollte Maier Elektriker werden. „In der Mittelschule hat man bei uns nur davon gehört und vom Tischler und Mechaniker“, erinnert sich Maier und lacht. 1979 war das. Damals schlug er die Zeitung auf und suchte nach einer passenden Stelle. In Bozen wurde er fündig. „Nicht grad Elektriker, haben sie mir gesagt, aber ich werde mit Strom zu tun haben“, schmunzelt Maier. Die Voraussetzungen – logisches Denken und Hausverstand – erfüllte er. „Da bin ich hin und wurde in den Beruf hineingeworfen.“ Mit den Jahren sei er in den Beruf hineingewachsen, sagt Maier. Er muss nicht lange überlegen, was ihm an seiner Arbeit am besten gefällt: „Vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt hast du am Ende ein Werk erschaffen, das funktioniert.“ Es beginnt im Kopf bei einem Gedanken, weiter über die Planung, die verschiedenen Komponenten bis hin zur Anlage, die funktioniert. „Es spielt so viel zusammen: Elektrik, Elektronik, Hydraulik, das handwerkliche Können und ein bisschen Erfindergeist“, sagt Maier.

Kalter Käse, warme Geschäfte

Am Ende steht die fertige AnlageFür den Kunden ist es selbstverständlich. Er geht in den Supermarkt und nimmt sich den gekühlten Käse aus dem Regal oder holt sich frisches Fleisch an der Theke. Im Geschäft ist es angenehm warm. Das ist der Verdienst von Roland Maier und seinen Berufskollegen. Maiers Betrieb ist hauptsächlich im Lebensmittelsektor tätig, daneben auch im Hotelsektor und in Gastronomie. Er entwickelt, installiert und betreut mittlere und größere Anlagen für verschiedene Supermärkte. In jedem System werden Kühlmittel in Form von Gasen verwendet. Den gekühlten Produkten wird Wärme entzogen. Anstatt diese Wärme einfach ins Freie zu blasen und zu verschwenden, entwickelt Maier geschlossene Kreisläufe. Mit der entstandenen Wärme läuft so zum Beispiel die Fußbodenheizung. Die Geschäftsbetreiber sind so nicht mehr auf externe Zulieferer angewiesen, brauchen kein Öl, keine fossilen Brennstoffe. „Unsere Geschäfte werden grüner“, bestätigt Maier, „und unsere Kältemittel ebenfalls.“

Umweltschutz ist Chefsache

Weniger Kältemittel wird gebraucht, das Geschäft wird grünerEU-Beschlüsse und weltweite Regulierungen fordern die Kälte- und Klimatechniker heraus. Bestehende Kältemittel sollen durch hundertprozentig umweltfreundliche ersetzt werden. Dadurch wird sich ein Großteil der bisherigen Technologien verändern. „Wir Betriebe müssen uns jetzt umstellen“, betont Maier. „Wir müssen uns schulen und weiterbilden, um auf dem Markt bestehen zu bleiben. Die Gesetzeslage zwingt uns zwar so gesehen dazu, aber es wertet den Beruf auch auf.“ Gerade erst hat Maier ein Projekt realisiert, auf das er besonders stolz ist. In einem Vahrner Supermarkt hat er eine CO2-Anlage gebaut, die nur noch ein Viertel der ursprünglichen Menge an Kältemittel benötigt. „Ich freue mich sehr, dass es so gut geklappt hat und auch, dass wir etwas für die Umwelt tun konnten“, sagt Maier. Der Kälte-und Klimatechniker als Umweltexperte – ein Beruf mit Zukunft.

 

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