3D-gedruckt ist halb gewonnen - auch in Südtirol!

Artikelserie zum Thema 3D-Druck

Auch in Südtirol ist der 3D-Druck langsam aber sicher auf dem Vormarsch. Nicht nur in verschiedensten Unternehmen wird diese Technik bereits angewandt, auch manche Schulen bilden ihre Schüler in diesem Gebiet weiter und sehen darin eine große Chance für die Zukunft.

Zitronenpresse 500So haben die Schüler der Landesberufsschule Tschuggmall in Brixen beispielsweise ihre eigenen Kleiderhaken gedruckt. Schüler der Landesberufsschule Gutenberg versuchten sich am Drucken verschiedener Objekte, wie etwa Zitronenpressen. Was vor ein paar Jahren noch als Science-Fiction abgestempelt wurde, ist nun auch in Südtirol Realität. Und sie beginnt bei den Jüngsten. Die Landesberufsschule Gutenberg in Bozen hat das Potenzial der zukunftsträchtigen Technologie schon längst erkannt und bildet die Schüler des Fachbereichs Grafik in 3D-Modelling und 3D-Druck aus. Sie sieht es als ihren Auftrag, „junge Menschen so auszubilden, dass sie für den Arbeitsmarkt nicht nur interessant sondern unverzichtbar sind." Auch die Landesberufsschule Tschuggmall versucht ihre Schüler für diese innovative Technologie zu begeistern und setzt auf den 3D-Druck. Im Zuge des Open Source Projektes „RepRap" haben sich die Schüler sogar selbst erfolgreich ihren eigenen 3D-Drucker zusammengebaut.
Unterstützt werden solche Projekte unter anderem von dem Bereich "Produktentwicklung & Neue Technologien" des TIS. Dort befindet sich auch das erste FabLab Südtirols. Diese Werkstatt ist für alle offen und jeder kann die dort angebotenen High-Tech-Geräte kostenlos nutzen: einen 3D-Drucker zur Erstellung von Prototypen, einen Laserschneider und eine Minifräse. Einzige Vorraussetzung: Nach der Einführung muss der Benutzer selbstständig arbeiten. Sollte er auf Schwierigkeiten stoßen, kann er sich jedoch jederzeit an die FabLab Community wenden, die weltweit vernetzt ist.
Wie man solche innovative Verfahren in handwerklichen Betrieben erfolgreich nutzen kann ohne dabei die Tradition außer Acht zu lassen, zeigt die "3D-Wood" aus Gröden. Die Holschnitzerei mit Sitz in St. Ulrich entdeckte schon vor einigen Jahren den 3D-Scan und -Druck als Möglichkeit, neue Märkte zu erschließen und den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Dadurch schaffte man es, die Krise, die auch das lokale Handwerk getroffen hat, zu umgehen. Dank der neuen Technologien schafft es der Betrieb die Zeiten für die Modellierung zu minimieren und die Produktion flexibel zu gestalten. Eingescannte oder digital entworfene Modelle werden durch das Rapid Prototyping in kürzester Zeit gedruckt. Auch der lvh will die Gunst der Stunde nutzen und seine Mitglieder, aber auch alle anderen Interessierten, frühzeitig für den 3D-Druck zu sensibilisieren und darüber aufklären. Eine Tagung mit diesem Schwerpunkt wurde bereits abgehalten und die Teilnehmer wurden über die verschiedenen Druckmöglichkeiten informiert. Weitere Informationsveranstaltungen und praktische Workshops sind bereits in Planung, um die Handwerker früh genug auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen und vorzubereiten. Für viele könnte dieses neue Produktionsverfahren gute Chancen bieten, ihre Betriebe für die Zukunft zu rüsten.

Nähere Infos bei der Innovationsberatung im lvh oder unter +39 0471 323245.

Teil 1: Das italienische Handwerk druckt sich aus der Krise

Teil 2: 3D-Druck für alle - vom Handwerker bis zum Heimwerker

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