ESF-Projekt „Food Label Check" erfolgreich abgeschlossen

Ab Dezember 2016 ist laut EU-Verordnung 1169/2011 die Anbringung von Nährwerttabellen an allen Produkten, die nicht nur lokal vertrieben werden, verpflichtend. Der hds - Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol hat gemeinsam mit dem lvh, TIS innovation park und der Handelskammer die internetgestützte Plattform „Food Label Check" ins Leben gerufen. Sie ist gratis nutzbar und stellt eine große Unterstützung bei der Etikettierung für Unternehmer im Lebensmittelbereich dar. Am 9. Juli 2014 fand die Abschlussveranstaltung des Projektes statt. Dabei erfuhren die anwesenden Lebensmittelunternehmer in einem Expertengespräch alles zu Food Label Check und zum Thema Lebensmitteletikettierung.

food label_check_tribusebneramorthallerUm nährwertbezogene Aussagen zu einem Produkt machen zu können, benötigt der Hersteller Kenntnisse zu Brennwerten, Fetten, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz. Dabei gilt es auch zu überprüfen, welche Grenzwerte gemäß den europaweit gültigen Bestimmungen eingehalten werden müssen. Auf der Onlineplattform „Food Label Check" wird nach Eingabe eines Rezeptes automatisch ein entsprechender Etikettenentwurf in deutscher und italienischer Sprache erstellt. Der Etikettenentwurf enthält die reformierte Nährwert-Tabelle samt der kennzeichnenden Hinweise über Zutaten, Nährwerte und Allergene. „Vor allem für Kleinbetriebe, wie etwa für Bäckereien und Metzgereien, stellt das Portal www.foodlabelcheck.eu eine wesentliche Erleichterung dar. Diese konnten aufgrund komplexer Berechnungsmethoden und teurer Laboranalysen bislang kaum oder nur begrenzt nährwertbezogene Botschaften auf ihren Erzeugnissen anbringen," erklärt hds-Präsident Walter Amort.

Mit dem Projekt „Food Label Check" wurde ein konkreter Nutzen für die vielen Klein- und Familienbetriebe in Südtirol geschaffen. Zudem nimmt dieses Projekt eine Vorreiterrolle ein, wurde doch eine solche Plattform erstmals im mitteleuropäischen Raum eingerichtet. Das Programm wurde bereits in der Testphase von einigen hds-Mitgliedsbetrieben ausprobiert, die einen konkreten Beitrag zur Weiterentwicklung einbringen konnten. „Dank der zahlreichen Betriebe, Verbände, Behörden und Weiterbildungseinrichtungen, die an den Testläufen teilgenommen sowie wertvolle Änderungs- und Verbesserungsvorschläge eingebracht haben, wurde die neue Software so praxisnah wie möglich gestaltet," betont Amort. Alle im System enthaltenen Informationen richten sich nach der verpflichtend anzuwendenden EU-Verordnung. Gerade bei Produktentwicklungen können sich Südtiroler Unternehmen aus dem Lebensmittelsektor rasch und unkompliziert einen Überblick über die möglichen Nährwert-Aussagen verschaffen und rechtzeitig Rezepturen an Bedürfnisse anpassen.„Dieses Projekt ermöglicht Metzgern, Bäckern und Konditoren vor allem ihren Kunden mehr Informationen über ihre handwerklich hergestellten Produkte zu geben. Es ist eine Chance für unsere Lebensmittelhandwerker, die große Qualität und die gesunden Nährwerte der Produkte transparent aufzuzeigen und so besser zu bewerben," sagt lvh-Vizepräsident Martin Haller.
foodlabelcheckFood Label Check bietet eine Nährwerttabelle in Deutsch und Italienisch, eine Aufzählung von nährwertbezogenen Claims, die für ein Lebensmittel in der Werbung verwendet werden dürfen, die übersetzte Zutatenliste in absteigender Reihenfolge samt prozentueller Aufschlüsselung der hervorgehobenen Zutaten (QUID), Allergenhinweise (auch in Spuren), einen Bericht zu den verwendeten Datenquellen und angestellten Berechnungen für die Nährwerttabelle und die Claims. Informationen, die sich nicht am PC berechnen lassen, wie z. B. die Verkaufsbezeichnung oder das Mindesthaltbarkeitsdatum, sind vom Unternehmer noch selbst hinzuzufügen.Handelskammer-Präsident Michl Ebner sieht in der Anwendung Food Label Check nicht nur eine gesetzliche Auflage, sondern auch eine Chance: „Food Label Check übersetzt Zutatenlisten automatisch in die zweite Landessprache. Auf Ansinnen der Wirtschaft können auch weitere Sprachen hinzugefügt werden, um im Export auch andere Märkte bedienen zu können."
„Bereits mehr als 400 Betriebe im Land machen von Food Label Check Gebrauch," sagt Präsident des TIS innovation Park, Nikolaus Tribus. „Food Label Check ist maximal unternehmerfreundlich ausgerichtet. Änderungen und Wünsche der Kunden werden laufend in das System integriert," so Tribus.Die Anwendung „Food Label Check" wurde vom Europäischen Sozialfonds finanziert und ist aus dem im Jahr 2010 eingereichten ESF-Projekt „Mehrwert durch Nährwert am Lebensmitteletikett" entstanden.

Bilder und Text: hds

 

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