lvh schlägt Alarm: Explodierende Treibstoffpreise setzen Handwerk unter Druck
Der Appell an die Regierung: Handlungsspielräume prüfen und eventuell nutzen.
Der lvh zeigt sich angesichts des rasanten Anstiegs der Diesel- und Benzinpreise zutiefst besorgt. Die aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten, verstärkt durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, drohen für viele Betriebe zu einer erheblichen Belastung zu werden. Laut aktuellen Erhebungen liegt der durchschnittliche Dieselpreis bereits bei rund 1,97 Euro pro Liter, rund 14 Prozent höher als noch Ende Februar.
Für das Handwerk sind steigende Treibstoffkosten weit mehr als nur eine Randnotiz: Sie wirken sich unmittelbar auf Transport, Baustellenlogistik, Dienstleistungen und damit auf die gesamte Kostenstruktur vieler Betriebe aus. Besonders betroffen sind Branchen wie Warentransport, Personentransport, Bau, Installationsbetriebe oder Wartungsdienste, die täglich auf Fahrzeuge angewiesen sind.
Italien mit besonders hoher Steuerbelastung
Zusätzlich verschärft wird die Situation durch die hohe steuerliche Belastung von Treibstoffen in Italien. Eine Studie von Confartigianato zeigt, dass Italien innerhalb der Europäischen Union auf Platz eins bei der Dieselverbrauchsteuer liegt. Gleichzeitig ist auch der Preisabstand bei Strom zwischen Italien und dem EU-Durchschnitt besonders hoch – vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Für den lvh ist diese Kombination aus steigenden Marktpreisen und hoher steuerlicher Belastung besonders problematisch.
Auswirkungen auf Investitionen und lokale Wirtschaft
Neben den unmittelbaren Mehrkosten sieht der lvh auch langfristige Risiken. Steigende Energie- und Treibstoffpreise bremsen Investitionen und erschweren Planungssicherheit für kleine und mittlere Betriebe. Studien zufolge könnten die steigenden Energiepreise italienische Unternehmen bereits im laufenden Jahr mit zusätzlichen Kosten von rund 10 Milliarden Euro belasten.
Appell an die Regierung
Der lvh fordert daher ein rasches politisches Handeln. „Die Regierung muss die vorhandenen Spielräume nutzen, um die Auswirkungen der steigenden Energie- und Treibstoffpreise auf die Betriebe abzufedern“, betont ebenso lvh-Direktor Walter Pöhl.
Die Energiepreise entwickeln sich zunehmend zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen droht eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit – mit spürbaren Folgen für Investitionen, Beschäftigung und die lokale Wirtschaft.
„Das Handwerk ist Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Wenn Treibstoff- und Energiekosten dauerhaft aus dem Ruder laufen, trifft das nicht nur einzelne Branchen, sondern das gesamte wirtschaftliche Gefüge“, warnt der Verbandschef.
Im Bild: lvh-Präsident Martin Haller – (c) Hannes Wisthaler
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