Handwerk Rodeneck: Hitzige Diskussion über Arbeitssicherheit

Ein Fachvortrag zur Arbeitssicherheit, der Jahresrückblick der Ortsgruppe und der Bericht aus der Gemeindestube bildeten vor Kurzem die Hauptschwerpunkte der lvh-Ortsversammlung von Rodeneck. Die Arbeitssicherheit stand auch in der Mitte einer Diskussion der anwesenden Handwerker. Im Rahmen des Treffens wurden außerdem drei Junghandwerker aus der Gemeinde geehrt, die im letzten Jahr bei Berufswettbewerben große Erfolge einfahren konnten.

rodeneck ov_800„Ich freue mich, heute drei Junghandwerker aus Rodeneck in unserer Runde zu begrüßen, die im letzten Jahr herausragende Leistungen in ihren Berufen erbracht haben", sagte lvh-Ortsobmann Arthur Unterfrauner. Floristin Sandra Hofer erzielte bei der EM der jungen Gärtner in der Schweiz den 2. Platz. Schneiderin Anita Blasbichler holte bei der Landesmeisterschaft der Berufe in der Messe Bozen die Bronzemedaille. Dem jungen Maurer Florian Hochgruber gelang es, dort sogar Gold für sich zu verbuchen. „Florian wird Südtirol auch bei der Berufs-WM in São Paulo vertreten. Er trainiert schon fleißig und wir wünschen ihm alles Gute für den Wettbewerb!", so Unterfrauner, der im Rahmen der Versammlung auch auf die rege Tätigkeit der Ortsgruppe zurückblickte. Er berichtete von den Treffen mit Landespolitikern und Sitzungen im Haus des Handwerks in Bozen, erzählte aber auch von den vielen gesellschaftlichen Aktivitäten: Lehrfahrten, ein Mondscheinrodeln und die Teilnahme an einem Kegelturnier waren nur einige der Höhepunkte.

Zu viele Auflagen und Gesetze

„2016 ist für den Bezirk Brixen eine große Wirtschaftsschau geplant", informierte Bezirksobmann Johann Erlacher. „Auch dem Handwerkssektor wird dabei eine bedeutende Rolle zukommen." In seiner Ansprache thematisierte er aber auch wirtschaftliche Brennpunkte, wie beispielsweise die Jugendarbeitslosigkeit und die Arbeitssicherheit. Über letztere entbrannte eine hitzige Diskussion unter den Anwesenden der Versammlung. Die Handwerker zeigten sich empört über die übertriebenen Gesetze und Auflagen, die den Alltag der Betriebe um ein Vielfaches erschweren. "Inzwischen konnte zumindest erreicht werden, dass die Sicherheitskurse zum Teil schon in die Lehrpläne integriert wurden" informierte lvh-Rechtsexperte Alexander Benvenutti. „Der lvh ist in enger Aussprache mit den Parlamentariern. Leider ist es aber sehr schwierig Erleichterungen zu erreichen", bedauerte er. In Italien würde leider auch das Prinzip „Beraten statt strafen" nicht angewandt. Wenn ein Protokoll erst einmal ausgestellt sei, könne es nicht mehr rückgängig gemacht werden. Er teilte mit, dass der Verband für Mitglieder günstigere Pflichtkurse anbiete und es die Informationen dazu in der lvh-Bildungswerkstatt gebe.

Verbände sehr wichtig

„Interessensgruppierungen haben einen starken Draht zur Politik", waren die Worte des Bürgermeisters von Rodeneck, Klaus Faller. „Deshalb sind Verbände sehr wichtig für Südtirol und seine Wirtschaftstreibenden", betonte er. „Das Handwerk ist ein wichtiger Faktor in unserer Gemeinde und beschäftigt viele Arbeitnehmer", hob er außerdem hervor und versicherte, dass auch die Gemeinde positive Zeichen setzen möchte. Mit der Senkung der GIS bei Betriebsimmobilien und der kontinuierlichen Einbindung der Gewerbezonen und Fraktionen in das Glasfasernetz habe man bereits bedeutende Schritte in die richtige Richtung vollzogen. Abschließend appellierte er noch an die Handwerker: „Bitte tragt euch in das Landesportal der öffentlichen Ausschreibungen ein! Erst dann können die Aufträge an die einheimischen Betriebe erteilt werden."

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