Holzkongress: "Holz als Werkstoff aufwerten"

Holzkongress: "Holz als Werkstoff aufwerten"

 In der Forstschule Latemar in Welschnofen/Karerpass fand heute der Holzkongress 2012 statt. Das Motto des diesjährigen Holzkongresses lautete "Unser Holz ist...". Im Rahmen des Holzkongresses wurde das Holz in all seinen Facetten beleuchtet. Das Holz müsse auch in öffentlichen Ausschreibungen mehr berücksichtigt werden, lautete das Fazit des Tages.

Der Holzkongress ist eine der wichtigsten Veranstaltungen, die es in der Südtiroler Holzwirtschaft gibt. "Heuer findet der Kongress bereits zum zweiten Mal statt", erklärte Kurt Egger, Obmann der Berufsgruppe Holz im LVH, "unser Ziel ist es, alle zwei Jahre eine derartige Veranstaltung durchzuführen."

Landeshauptmann Luis Durnwalder rief die Anwesenden dazu auf, zusammenzuarbeiten, um die Umstände zu verbessern: "Gutes geschieht nur dann, wenn man es tut", betonte der Landeshauptmann. Laut Durnwalder sei es wichtig, einheimisches Holz bereits bei der Projektierung mit einzubeziehen. Auch die Pflege und Bearbeitung der Wälder sei jedoch von zentraler Bedeutung: "Der Wald ist nicht nur eine Naherholungszone, er ist auch eine Sicherheitsgarantie für viele unserer Dörfer", meinte der Landeshauptmann.

LVH-Präsident Gert Lanz wies darauf hin, dass das Holz der einzige Werkstoff sei, der von Anfang an, also von der Anpflanzung des Baumes, bis zur Verarbeitung und zum Verbrauch in der Hand der Südtiroler Wirtschaft sei. Außerdem rief er die Anwesenden dazu auf, die fruchtbringende Zusammenarbeit weiterzuführen, die sich aus Treffen wie dem Holzkongress ergeben. "Der Holzkongress hat gezeigt, wie viele nützliche Informationen zusammenkommen, wenn alle Beteiligten sich an einen Tisch setzen, anstatt jeder seinen eigenen Weg zu gehen", so Lanz.

Der Holzkongress, der heuer in der Forstschule Latemar in Welschnofen/Karerpass über die Bühne ging, wurde von verschiedenen Berufsgemeinschaften im LVH organisiert. Dabei handelt es sich um jene Berufsgruppen, die mit dem Holz in all seinen verschiedenen Ausprägungen zu tun haben. Zu diesen Berufsgruppen zählen Tischler, Zimmerer, Sägewerker und Verpackungshersteller, Restauratoren, Waldarbeiter, Maschinenschnitzer, Binder, Drechsler und Wagner.

Für die Südtiroler Wirtschaft ist der Sektor Holz überaus wichtig. Folgende Daten können das nur bestätigen: Es gibt 432 Betriebe in der Forstwirtschaft mit 7356 Beschäftigten und 1.287 Betriebe in der Holzverarbeitung mit 7.359 Beschäftigten.

Der Holzkongress 2012 war die zweite Ausgabe des landesweiten Kongresses der Berufsgruppe "Holz" im Landesverband der Handwerker und hatte das Ziel, sämtliche Bereiche des Holzes unter einem Dach zu versammeln. Der diesjährige Kongress bot am Vormittag vier Workshops, welche die gesamte Wertschöpfungskette von der Bepflanzung bis hin zur Entsorgung und Umwandlung in Energie abdeckten.

Bei den Workshops ging es um folgende Themenbereiche: "UNSER HOLZ... von der Schlägerung zur Erstverarbeitung", "UNSER HOLZ... als Material für Architekten und Planer", "UNSER HOLZ... als Energiequelle" und "UNSER HOLZ... als Gesundheits- und Kulturfaktor".

Am Nachmittag wurden die Ergebnisse der Workshops sowie das Gesamtresümee im Plenum vorgestellt und im Anschluss eine Form von Kernbotschaft formuliert. Franz Locher, dem Bürgermeister von Sarnthein, oblag es, zu Thema "Holz und öffentliche Ausschreibungen" zu sprechen. "Holz spielt in unserer Gemeinde eine große Rolle", betonte Locher. Er stellte klar, dass er als Bürgermeister immer versuche, das geltende Gesetz anzuwenden und nach Möglichkeit nach Gewerken auszuschreiben. "Heutzutage braucht es jemanden, der für seine Gemeinde die Verantwortung übernimmt zu so einer Entscheidung", erklärte der Sarner Bürgermeister.

Gert Lanz dankte Bürgermeister Locher für seine Anwendung der Landesgesetze: "Dass es ein Landesgesetz gibt, ist sehr wichtig für das lokale Handwerk. Die Gemeinden sind aber auch dazu aufgerufen, Ausschreibungen nach Gewerken aufzuteilen, auch um lokale Wirtschaftskreisläufe zu unterstützen", erklärte Lanz.

Kurt Egger fasst die Ergebnisse des Kongresses kurz zusammen: "Die Wertigkeit des Südtiroler Holzes muss wieder mehr geschätzt werden. Es ist wichtig, dass auch die Holz-Gewerke bei öffentlichen Ausschreibungen mehr Beachtung finden." Der Obmann unterstrich in seiner Abschlussstellungnahme die Wichtigkeit der Ergebnisse für die Südtiroler Holzwirtschaft. Abschlussdokument des Holzkongresses wird eine Resolution sein, die die Veranstalter nach ausgiebiger Nachbearbeitung der Landespolitik vorlegen werden.

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