Unsichtbar, aber unverzichtbar: Tiefbauunternehmer/innen setzen starke Akzente
Tiefbau ist selten sichtbar, wenn er funktioniert. Leitungen, Fundamente, Sicherungen – all das verschwindet im Boden, bleibt aber entscheidend für das, was darüber entsteht. Genau um diese unsichtbare, aber tragende Arbeit ging es bei der Jahreshauptversammlung der Tiefbauunternehmer/innen im lvh.
Rund 100 Mitglieder nahmen an der Jahreshauptversammlung der Tiefbauunternehmer/innen teil – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Branche nicht nur bauen, sondern auch mitreden will.
Interessen vertreten, Zukunft mitdenken
Obmann Michael Hofer eröffnete die Versammlung mit einem Tätigkeitsbericht, der weniger Rückblick als Standortbestimmung war. Er skizzierte die Arbeit der Berufsgruppe an der Schnittstelle zwischen Betrieben, öffentlichen Auftraggebern und Fachgremien – dort, wo Regeln, Ausschreibungen und technische Realität aufeinandertreffen. Die Herausforderungen seien bekannt: steigende Anforderungen, komplexere Verfahren, hoher Investitionsdruck. Entscheidend sei daher, die Interessen des Tiefbaus frühzeitig einzubringen und verlässliche Rahmenbedingungen einzufordern.
Handwerk als wirtschaftliche Infrastruktur
In seinen Grußworten ordnete Hannes Mussak, Vizepräsident des lvh.apa, den Tiefbau in einen größeren wirtschaftlichen Kontext ein. Handwerk sei nicht nur Ausführender, sondern strukturgebender Teil der Wirtschaft. Qualität, Ausbildung und Nachwuchsförderung seien keine Zusatzthemen, sondern Voraussetzungen dafür, dass Infrastrukturprojekte langfristig funktionieren. Wo diese Grundlagen fehlen, werde selbst das beste Programm wirkungslos.
Neue Systeme, neue Erwartungen
Fachliche Impulse kamen aus zwei Richtungen. Fabio De Polo, Direktor der Wildbachverbauung, stellte das neue Ausschreibungssystem sowie künftige Programme und Investitionsschwerpunkte vor. Der Fokus liege auf klareren Verfahren und planbaren Abläufen – ein Punkt, der in der Praxis über Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit entscheidet. Ergänzend sprach Dominik Oberstaller, Präsident des Gemeindenverbandes, über neue Ansätze in der Gemeindefinanzierung und die Zusammenarbeit mit Bau- und Tiefbauunternehmen. Auch hier wurde deutlich: Gemeinden und Betriebe sind aufeinander angewiesen – nicht als Auftraggeber und Auftragnehmer, sondern als Partner in der Umsetzung öffentlicher Aufgaben.
Ausbildung als Fundament
Ein stiller, aber bedeutender Moment der Versammlung war die Ehrung von Virginia Tanzer, Direktorin der Berufsschule Schlanders, und Norbert Linser, Fachlehrer an derselben Schule. Beide wurden für ihre langjährige Arbeit in der Ausbildung des Berufsnachwuchses gewürdigt. Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand endet ein Abschnitt, der zeigt, wie eng berufliche Bildung und handwerkliche Qualität miteinander verbunden sind. Ohne engagierte Ausbildnerinnen und Ausbildner bleibt jede Fachkräfteinitiative Theorie.
Netzwerk unter der Oberfläche
Die Jahreshauptversammlung bot Raum für Diskussion, Austausch und Vernetzung – genau dort, wo Branchenwissen entsteht und weitergegeben wird. Beim gemeinsamen Mittagessen wurde deutlich: Tiefbau lebt vom Gespräch, vom Erfahrungsaustausch und vom gemeinsamen Blick nach vorne.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Tiefbau mehr ist als Technik. Er ist Voraussetzung für Entwicklung, Sicherheit und Lebensqualität. Und genau deshalb braucht er eine starke Stimme – auch dann, wenn seine Arbeit im Alltag unsichtbar bleibt.
Im Bild (v.l.): Dominik Oberstaller (Präsident Gemeindenverband), Fabio De Polo (Direktor Funktionsbereich Wildbachverbauung), Armin Klapfer, Erwin Windegger (Beiräte), Norbert Linser (Fachlehrer BBZ Schlanders), Virginia Tanzer (Direktorin BBZ Schlanders), Michael Hofer (Obmann), Claudia Maier, Markus Obexer, Roland Ploner (Beiräte), Hannes Mussak (lvh-Vizepräsident), Alexander Kaufmann (Beirat) – Foto © lvh.apa
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