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Steigende Rohstoffpreise: Starker Druck auf Bau- und Produktionssektor

Die anhaltenden geopolitischen Spannungen und die Instabilität der internationalen Märkte führen derzeit zu einem deutlichen Anstieg der Preise für Rohstoffe und Energie. Der lvh zeigt sich besorgt über diese Entwicklung, welche unmittelbare und erhebliche Auswirkungen auf die Unternehmen im Bau- und verarbeitenden Sektor hat.

Datum
08.04.2026
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Insbesondere die steigenden Energiekosten stellen eine zentrale Herausforderung dar: In den vergangenen Monaten sind die Preise für Gas und Strom deutlich gestiegen. Dies wirkt sich direkt auf energieintensive Materialien wie Zement, Stahl, Glas und Keramik aus.

Zusätzlich kommt es zu erheblichen Spannungen in den globalen Lieferketten, wodurch das Angebot an wichtigen Rohstoffen eingeschränkt wird. Besonders betroffen sind Produkte auf Erdölbasis – wie Bitumen und Kunststoffe – sowie zentrale Metalle wie Aluminium, Kupfer und Nickel, deren Preise stark angestiegen sind. Die Kombination aus begrenztem Angebot und gleichzeitig steigender Nachfrage, auch im Zuge von Investitionen und Bautätigkeit, verstärkt den Preisdruck weiter. 

Zudem berichten Unternehmen von erheblichen Kostensteigerungen im Transportbereich, bedingt durch höhere Treibstoffpreise, sowie von einer hohen Preisvolatilität, die eine verlässliche Planung zunehmend erschwert.

„Wir befinden uns in einer Phase großer Unsicherheit, die die gesamte Bauwirtschaft stark unter Druck setzt“, erklärt der Baugruppenobmann Fritz Ploner. 

„Die massiven Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie gefährden die Wirtschaftlichkeit vieler Betriebe und können Investitionen spürbar bremsen.“

Auch lvh-Präsident Martin Haller betont: „Die Betriebe sehen sich mit kurzfristigen und schwer kalkulierbaren Preissteigerungen konfrontiert. Es braucht dringend verlässliche Rahmenbedingungen und geeignete Anpassungsmechanismen, um Baustopps zu vermeiden und die Planungssicherheit zu gewährleisten.“

In diesem Zusammenhang kommt der Preisrevision bei öffentlichen Bauaufträgen eine zentrale Bedeutung zu. Die Preisrevisionsklausel ist im Art. 60 des neuen Vergabekodex geregelt, der 2023 in Kraft getreten und Ende 2024 bereits novelliert worden ist. Die Bestimmung verpflichtet dazu, entsprechende Klauseln verpflichtend in den Ausschreibungsunterlagen vorzusehen. Gleichzeitig sind die Vergabestellen angehalten, Preisschwankungen laufend zu überwachen und die Preise auch ohne ausdrücklichen Antrag des Auftragnehmers automatisch anzupassen.

Der nationale Gesetzgeber hat zudem für das Jahr 2026 eine weitere Verlängerung der entsprechenden Fristen vorgesehen, um die Anwendung der Preisrevision zu erleichtern. Dieser Mechanismus wurde ursprünglich eingeführt, um außergewöhnliche Schwankungen bei Baumaterialien, Treibstoffen und Energieprodukten abzufedern und ein ausgewogenes wirtschaftliches Verhältnis bei öffentlichen Bauaufträgen sicherzustellen. Lieferungen und Dienstleistungen bleiben dabei weiterhin von der Preisrevision ausgenommen.

Angesichts dieser Entwicklungen ist eine kontinuierliche Beobachtung der Preisentwicklung ebenso notwendig wie gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Liquidität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – insbesondere kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe, die von den aktuellen Marktschwankungen besonders betroffen sind.

Im Bild: Fritz Ploner, Baugruppenobmann im lvh und Martin Haller, lvh-Präsident ©Harald Wisthaler

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