Starkes Signal für das Handwerk
„Ihr seid die Seele unseres Landes“: Mit diesen Worten setzte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bei der Nationalversammlung des Confartigianato in Rom ein starkes Zeichen für das Handwerk. Doch es blieb nicht bei Anerkennung und Wertschätzung: Im Jubiläumsjahr des Verbandes wurden auch wichtige Weichen für die Zukunft der Betriebe gestellt.
Unter dem Motto „80 Jahre Zukunft – die Zukunft wartet nicht, sie wird gestaltet“ feierte Confartigianato in Rom ihr 80-jähriges Bestehen. Neben dem Jubiläum stand vor allem die Zukunft der Betriebe im Fokus. Themen wie hohe Energiepreise, bürokratische Belastungen, steuerlicher Druck sowie die Anpassung der gesetzlichen Grundlagen an die heutigen Anforderungen prägten die Debatten.
Klare Signale aus Rom
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Rede von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die die Rolle des Handwerks für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Italiens hervorhob: „Danke für das, was ihr jeden Tag leistet. Ihr seid die Seele unseres Landes und auch der entlegensten Dörfer. Ihr seid lebendige Kulturgüter.“ Auf breite Zustimmung stieß ihre Ankündigung, die seit Jahrzehnten bestehende Handwerksrahmengesetzgebung grundlegend zu erneuern. Zudem betonte sie die Bedeutung technisch-handwerklicher Ausbildungswege und verwies darauf, dass internationale Beziehungen auch dazu dienen müssten, neue Chancen für italienische Unternehmen auf den Auslandsmärkten zu eröffnen.
An der Versammlung nahm auch eine Delegation des lvh teil, bestehend aus Präsident Martin Haller, Vizepräsidentin Angelika Wiedmer, Direktor Walter Pöhl, sowie den Vorstandmitgliedern Johanna Santa Falser, Daniela Bortolon, Robert Egger und Maria Stella Falcomatà, Vizeobfrau des Bezirks Bozen Stadt.
„Gerade in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und Entwicklungsperspektiven. Die angekündigten Reformschritte und die Wertschätzung für das Handwerk sind wichtige Signale für unsere Betriebe und stärken deren Leistungsfähigkeit“, betonte lvh-Präsident Martin Haller.
Handwerk fordert bessere Rahmenbedingungen
Confartigianato verwies auf die Dynamik des Sektors: Täglich entstehen in Italien mehr als 300 neue Handwerksbetriebe. Gleichzeitig machte der Verband deutlich, dass kleine Unternehmensstrukturen keineswegs für Stillstand stehen, sondern vielfach Treiber von Innovation, Qualität und regionaler Wertschöpfung sind. Gefordert wurden daher wettbewerbsfähige Energiekosten, ein Abbau des Verwaltungsaufwands, ein leichterer Zugang zu Finanzierungen sowie mehr Aufmerksamkeit für kleine und mittlere Unternehmen auf europäischer Ebene.
Ergänzt wurde die Veranstaltung durch Videobotschaften von Staatspräsident Sergio Mattarella und der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, welche die zentrale Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen für Beschäftigung, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorhoben.
Den Abschluss bildeten die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen des Confartigianato. Dabei wurde deutlich, was sich wie ein roter Faden durch die gesamte Versammlung zog: Die Zukunft wartet nicht, sie wird gestaltet.
Im Bild (v.l.): Die lvh-Delegation in Rom: Daniela Bortolon, Robert Egger, Angelika Wiedmer, Johanna Santa Falser, Walter Pöhl, Martin Haller und Maria Stella Falcomatà – © lvh.apa
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