Neue Räume, gemeinsame Ziele: lvh zu Gast an der LBS „Guglielmo Marconi“
Wo junge Menschen für ihre berufliche Zukunft lernen, entscheidet sich auch ein Teil der Zukunft des Handwerks. Deshalb trafen sich Vertreterinnen und Vertreter des Wirtschaftsverbands Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) mit Direktorin Diana Palumbo und dem Team der Landesberufsschule für Industrie, Handwerk und Handel „Guglielmo Marconi“ am neuen Schulstandort zum Austausch im Rahmen der Initiative „Incontriamoci a scuola“.
Mit dabei waren die lvh-Funktionärinnen und -Funktionäre Stella Falcomatà, Martina Zerbini und Herbert Kasal sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des lvh.apa. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Schule und Handwerk gemeinsam noch stärker dazu beitragen können, junge Menschen für technische und handwerkliche Berufe zu begeistern.
Die „Guglielmo Marconi“ bildet Fachkräfte in zentralen Zukunftsbereichen wie Elektrotechnik, Mechanik und Unternehmensdienstleistungen aus. Entsprechend intensiv wurde über die Anforderungen der Arbeitswelt und die Herausforderungen der Fachkräftesicherung diskutiert.
Ein zentrales Thema war die Stärkung der Lehre. Einigkeit bestand darüber, dass die duale Ausbildung nach wie vor einer der erfolgreichsten Wege ist, um qualifizierte Fachkräfte auszubilden und den Betrieben Nachwuchs zu sichern. Ebenso wurde die Bedeutung der Berufsorientierung bereits in den Mittelschulen hervorgehoben. Wer junge Menschen für das Handwerk gewinnen wolle, müsse frühzeitig Einblicke in die vielfältigen Berufsmöglichkeiten ermöglichen.
„Die Investition in die Berufsbildung ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Dafür braucht es einen kontinuierlichen Austausch zwischen Schulen, Betrieben und Interessenvertretungen“, betonte lvh-Direktor Walter Pöhl. Nur wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen, könne dem Fachkräftemangel nachhaltig begegnet werden.
Auch die Erfolge Südtirols bei den Berufswettbewerben WorldSkills wurden thematisiert. Sie zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in den jungen Fachkräften steckt und wie wichtig eine qualitativ hochwertige Berufsbildung für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes ist.
Maria Stella Falcomatà hob hervor, dass Berufsschulen weit mehr seien als Ausbildungsorte: „Hier entstehen Kompetenzen, Selbstvertrauen und berufliche Perspektiven. Es ist wichtig, dass junge Menschen früh erkennen, welche Chancen ihnen das Handwerk bietet.“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung der Sprachen in der Arbeitswelt. Gerade in einem mehrsprachigen Land wie Südtirol werden sprachliche Kompetenzen zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor – sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch für Betriebe.
„Sprachkompetenz öffnet Türen – im Berufsleben ebenso wie in der persönlichen Entwicklung“, unterstrich Martina Zerbini. Besonders im Austausch zwischen Betrieben, Kundschaft und Mitarbeitenden werde Mehrsprachigkeit immer wichtiger.
Diskutiert wurde zudem über die Aufwertung des Meistertitels. Dieser gilt als wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung im Handwerk und als Zeichen hoher fachlicher und unternehmerischer Kompetenz.
Herbert Kasal verwies dabei auf die Bedeutung einer frühzeitigen Berufsorientierung: „Wer junge Menschen für das Handwerk begeistern will, muss ihnen zeigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten eine handwerkliche Ausbildung bietet – bis hin zum Meistertitel und zur Selbstständigkeit.“
Der regelmäßige Austausch zwischen Schule und Wirtschaft sei deshalb ein wesentlicher Faktor, um die Ausbildung laufend weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse der Arbeitswelt anzupassen.
Für den lvh.apa ist klar: Die Zukunft des Handwerks wird nicht nur in den Betrieben gestaltet, sondern auch in den Klassenzimmern und Werkstätten der Berufsschulen. Das Treffen an der neuen „Guglielmo Marconi“ war deshalb weit mehr als ein Antrittsbesuch – es war ein gemeinsames Bekenntnis zur Berufsbildung und zur nächsten Generation von Fachkräften.
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