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Nähe gewinnt an Wert: Handwerk als Stabilitätsanker der Südtiroler Wirtschaft

In einer Zeit globaler Unsicherheiten rückt ein Faktor wieder verstärkt in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Stabilität: die Nähe. Kurze Wege, regionale Kreisläufe und lokal verankerte Betriebe gewinnen zunehmend an Bedeutung – auch in Südtirol.

Datum
27.04.2026
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Geopolitische Spannungen, unterbrochene Lieferketten und steigende Kosten zeigen deutlich die Grenzen globalisierter Wirtschaftsmodelle auf. Aktuelle Konflikte, insbesondere im Nahen Osten, verschärfen diese Entwicklung zusätzlich: Unsichere Handelsrouten, steigende Transportkosten und volatile Energiepreise wirken sich direkt auf Unternehmen in Europa aus und bremsen Investitionen. Gleichzeitig wird sichtbar, wie wichtig funktionierende lokale Strukturen sind. Das Handwerk spielt dabei eine zentrale Rolle: Mit über 15.000 Betrieben und über 45.000 Beschäftigten ist es ein Grundpfeiler der Südtiroler Wirtschaft. Nahezu jedes dritte gewerbliche Unternehmen im Land gehört dem Handwerk an, jeder fünfte Arbeitsplatz hängt direkt davon ab.

Für den lvh steht fest: Gerade diese kleinstrukturierte Wirtschaftsweise ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. 

Lokale Betriebe sichern nicht nur Arbeitsplätze, sondern garantieren Versorgung, Qualität und Stabilität – auch in Krisenzeiten.

„Die letzten Jahre haben gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten sind. Südtirol hat mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben einen großen Vorteil: Wir verfügen über funktionierende lokale Wirtschaftskreisläufe, die unsere Versorgung sichern und unser Land stärken“, betont lvh-Direktor Walter Pöhl.

Die Stärke des Handwerks liegt dabei nicht nur in der Produktion, sondern vor allem in seiner Nähe zum Menschen. Betriebe sind tief in ihren Gemeinden verwurzelt, schaffen Lehrstellen, sichern Know-how und tragen zur Lebensqualität vor Ort bei. Gleichzeitig ermöglichen sie Innovation auf lokaler Ebene – flexibel, schnell und kundenorientiert. Diese Verbindung aus Tradition und Anpassungsfähigkeit macht das Handwerk zu einem zentralen Faktor für die wirtschaftliche Widerstandskraft des Landes.

Südtirol zählt zudem zu den produktivsten Regionen Italiens, was auch auf die Effizienz und Qualität der kleinstrukturierten Wirtschaftslandschaft zurückzuführen ist. In einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft zeigt sich, dass gerade Regionen mit starken lokalen Kreisläufen besser auf Krisen reagieren können.

„Kurze Wege bedeuten nicht nur weniger Transport, sondern auch mehr Vertrauen, mehr Qualität und mehr Wertschöpfung vor Ort. Das Handwerk ist damit ein zentraler Baustein für eine nachhaltige und krisenfeste Wirtschaft“, so Pöhl. Nähe ist längst mehr als ein geografischer Begriff – sie wird zu einem entscheidenden wirtschaftlichen Erfolgsfaktor.

Im Bild: Walter Pöhl, lvh-Direktor ©Harald Wisthaler

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