Handwerk trifft Schule: Gemeinsam Fachkräfte von morgen fördern
Wie können junge Menschen noch besser für das Handwerk begeistert werden? Und wie lassen sich Schule, Familien und Wirtschaft noch enger vernetzen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Treffens „Incontriamoci a scuola“ an der Landesberufsschule „Enrico Mattei“ in Brixen.
Direktor Alberto Conci eröffnete die Veranstaltung und stellte die enge Zusammenarbeit mit den Mittelschulen sowie die Bedeutung der Sensibilisierung für die Berufsbildung in den Mittelpunkt. Die Schule bildet junge Menschen in den Bereichen Mechanik, Elektro- und Elektroniktechnik sowie Unternehmensdienstleistungen aus und bietet verschiedene Formen der beruflichen Ausbildung bis hin zur Lehre an. Anschließend präsentierte Vizedirektor Gianfranco Fasano die Schule und ihre Ausbildungsangebote.
„Eine handwerkliche und praxisnahe Ausbildung eröffnet jungen Menschen hervorragende Zukunftsperspektiven. Umso wichtiger ist es, nicht nur die Jugendlichen, sondern auch deren Familien für die Chancen der Berufsbildung zu sensibilisieren“, betonte Direktor Alberto Conci.
Am Austausch nahmen auch die lvh-Funktionärinnen und -Funktionäre Stella Falcomatà, Herbert Kasal und Siegfried Unterweger teil. Seitens des lvh waren zudem Direktor Walter Pöhl sowie Marco Nobile, Ester Demetz, Ramona Pranter, Andreas Mair und Tanja Enderle vertreten. Für die Landesberufsschule „Enrico Mattei“ nahmen außerdem Bruno Piasenti (docente del settore Elettrotecnica), Cesare Vismara (docente del settore Meccanico), Roberto Decolle (docente del settore Elettronica) und Dino Donà (docente del settore Apprendistato) teil.
Im Mittelpunkt des Treffens standen gemeinsame Strategien zur Fachkräftesicherung. Diskutiert wurde darüber, wie Jugendliche und insbesondere deren Familien noch stärker für die Chancen einer handwerklichen Ausbildung sensibilisiert werden können – etwa durch Tage der offenen Tür, Betriebsbesichtigungen oder eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben.
lvh-Direktor Walter Pöhl betonte die wachsende Bedeutung des Handwerks in einer sich rasch verändernden Arbeitswelt. „Die Zahl der Lehrlinge steigt, gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher, dass technologische Entwicklungen das Handwerk nicht ersetzen, sondern aufwerten. Neben der künstlichen Intelligenz braucht es mehr denn je die „handwerkliche Intelligenz“ (intelligenza artigianale) – Menschen, die Probleme lösen, Verantwortung übernehmen und mit ihren Händen und ihrem Wissen Werte schaffen.“
Pöhl stellte zudem die Tätigkeitsbereiche des lvh.apa vor und verwies auf die zentrale Bedeutung der Ausbildung junger Menschen. Auch die Erfolge Südtirols bei nationalen, europäischen und internationalen Berufswettbewerben wie den WorldSkills seien ein Beweis für die hohe Qualität der Berufsbildung im Land. Ebenso hob er die Bedeutung der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten des lvh hervor, die als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Politik wichtige Impulse für die Entwicklung der Betriebe geben.
Einigkeit herrschte darüber, dass die Zukunft des Handwerks nicht allein in den Werkstätten und Betrieben entschieden wird. Sie beginnt bereits in den Klassenzimmern, bei der Berufsorientierung und im Austausch zwischen Schule, Familien und Wirtschaft. Das Treffen an der „Enrico Mattei“ machte deutlich, dass genau dort großes Potenzial für neue Synergien und gemeinsame Projekte liegt.
Für alle Beteiligten war deshalb klar: Wer die Fachkräfte von morgen gewinnen will, muss heute gemeinsam die Weichen dafür stellen.
Foto: die Teilnehmenden des Treffens - lvh.apa
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