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Gemeinsam für flüssigen Verkehr

Austausch zwischen lvh und A22: Infrastruktur, Sicherheit und praxisnahe Lösungen im Fokus.

Datum
16.01.2026

Wenn auf Südtirols wichtigster Verkehrsader etwas ins Stocken gerät, spürt es die gesamte Wirtschaft. Umso bedeutsamer war das Gespräch zwischen Hartmann Reichhalter, Präsident der Autobahngesellschaft A22, und der Spitze des lvh. Vom Verband nahmen lvh-Direktor Walter Pöhl sowie Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteurinnen und -transporteure im lvh, teil. Ziel des Treffens: eine realistische Einschätzung der aktuellen Herausforderungen – und konkrete Schritte für Verbesserungen.

Engpass Infrastruktur: Lösungen mit Augenmaß
Der Güterverkehr ist auf verlässliche Verbindungen angewiesen. Daher diskutierte die Runde ausführlich über Überholverbote, Nachtfahrregelungen, dynamische Spurführungen und mögliche bauliche Erweiterungen. Reichhalter betont, dass der Sicherheitsaspekt über alles steht. Deshalb gibt es hie und da Verkehrsregelungen auf der A22, die auf dem ersten Blick nicht verständlich erscheinen, jedoch sinnvoll für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sind. Reichhalter betonte die sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen bei Baustellen im Bereich von Tunneln:

„Bei einspurigen Verkehrsführungen, vor allem in Galerien, die keine Notspur haben, gelten besondere Sicherheitsanforderungen – insbesondere hinsichtlich der Rettungsgasse. Da kann es schon vorkommen, dass großräumig einschränkende Verkehrsregelungen eingeführt werden, um die Rettungsfahrzeuge den Zugang freizuhalten“

Das Überholverbot in den Nachtstunden zu lockern, käme den Transporteuren entgegen. Allerdings wird es dazu vorerst nicht kommen. Die Zuständigkeit liegt hier beim nationalen Gesetzgeber und nicht bei der A22.

Die dritte Fahrspur von Modena bis Verona sowie die Einführung einer dynamischen dritten Spurführung hingegen ist grundsätzlich vorgesehen – sie hängt jedoch von Erlang der neuen Konzession ab.

Bei beiden zeigt sich der Präsident der A22 zuversichtlich: „Die Maßnahmen sind Teil der neuen Konzession. Die technische und genehmigungsrechtliche Prüfung läuft bereits, und die nötigen Flächen sind weitgehend im Eigentum der Autobahngesellschaft.“

Baustellen: Tempo erhöhen, Verkehrsfluss schützen
Ein Dauerthema für die Transporteure: Baustellenmanagement. Kürzere Abschnitte, mehr Arbeiten in der Nacht, effizientere Abläufe – all das soll die Belastung für Betriebe und Pendler senken. Laut Reichhalter werden bereits jetzt Optimierungsmaßnahmen wie Nachtarbeiten oder ein möglicher Drei-Schicht-Betrieb in den Ausschreibungen vorgegeben.

Brennpunkt Bozen Nord: Kreisverkehr ja – Sperre nein
Der geplante Kreisverkehr bei der Autobahneinfahrt Bozen Nord wurde intensiv diskutiert. Während die grundsätzliche Maßnahme Zustimmung findet, wird eine teilweise Schließung der Einfahrt während der Bauzeit klar abgelehnt. Alexander Öhler brachte es auf den Punkt: Eine Sperre wäre „nicht vertretbar“ – zu essenziell sei die Zufahrt für viele Transportunternehmen, ja für die ganze Gesellschaft.

Akuter Handlungsbedarf: LKW-Parkplätze
Kaum ein Thema wurde so deutlich angesprochen wie der Parkplatzmangel entlang der A22, insbesondere nachts und an Wochenenden. Reichhalter bestätigte den Handlungsdruck: „Viele Gemeinden zögern beim Thema von neuen LKW-Parkplätze in ihrem Gemeindegebiet, obwohl eindeutiger Bedarf besteht. Neue Flächen müssen verbindlich im BLP ausgewiesen werden. Dabei versuchen wir so gut es geht, ein Einvernehmen mit den Gemeinden zu finden.“

Kontrollstelle Sterzing: komplex, aber rechtlich gedeckt
Die Mehrfachkontrollen in Wörgl, Kufstein und Sterzing sorgen seit Jahren für Unmut. Reichhalter stellte klar, dass sie rechtlich in Ordnung seien – unterschiedliche Behörden, unterschiedliche Zuständigkeiten -. Wichtig sei jedoch, die Abläufe im Rahmen des Möglichen zu koordinieren, um die Belastung für die Schwerfahrzuge und dessen Fahrer möglichst gering zu halten.

Ausblick: Dialog verstärken, Lösungen voranbringen
Der Austausch zeigte klar: Viele Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen – mit technischem Know-how, politischer Rückendeckung und einem offenen Ohr für die betriebliche Praxis.

Für lvh-Direktor Walter Pöhl steht fest: „Nur wenn Transport, Wirtschaft, Sicherheit und Umwelt zusammen gedacht werden, entsteht ein System, das tragfähig ist – für Betriebe und für Südtirol.“

Dem stimmt A22-Präsident Reichhalter zu.

Am Ende haben sich Öhler und Reichhalter zufrieden mit dem geführten Gespräch gezeigt.

Im Bild (von links): Walter Pöhl (lvh-Direktor), Alexander Öhler (Obmann der Warentransporteurinnen und -transporteure im lvh) und Hartmann Reichhalter (Präsident A22) – Foto © lvh.apa

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