Digitale Konformitätserklärung: Weniger Bürokratie für Handwerksbetriebe
Die Konformitätserklärung gehört zu den wichtigsten Dokumenten im Handwerk – und gleichzeitig zu den größten Bürokratieaufwänden vieler Betriebe. Genau hier setzt der lvh mit einem neuen digitalen Tool an.
Für viele Handwerksbetriebe gehört sie zum Alltag wie Werkzeugkoffer und Baustellenfahrzeug. Und trotzdem war sie lange Zeit vor allem eines: Papierkrieg. Formulare, Anhänge, fehlende Daten, Rückfragen von Gemeinden, vergessene Unterlagen, unübersichtliche Ordnerstrukturen. Besonders kleine Betriebe verloren dabei schnell Zeit – und Nerven. Jetzt versucht der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (lvh.apa), genau dort anzusetzen, wo Bürokratie den Arbeitsalltag bremst: mit einem digitalen Tool zur Erstellung der Konformitätserklärung.
Das wichtigste Dokument, das kaum jemand sieht
Die Konformitätserklärung bestätigt, dass eine Anlage fachgerecht installiert wurde und allen gesetzlichen sowie technischen Vorschriften entspricht. Sie ist verpflichtend – bei jeder neuen Inbetriebnahme ebenso wie bei wesentlichen Änderungen einer Anlage. Für Kundinnen und Kunden bleibt sie meist ein unscheinbares Dokument im Ordner. Für Handwerkerinnen und Handwerker dagegen ist sie weit mehr.
„Das Dokument ist wie die Kennnummer eines Autos“, sagt Herbert Kasal, Obmann der Elektrotechniker/innen im lvh und Inhaber von Elektro Kasal Herbert. „Das richtige Ausfüllen ist entscheidend.“ Denn Fehler können Folgen haben: fehlende Angaben, unvollständige Anlagenlisten oder unklare Dokumentationen führen nicht selten zu Verzögerungen bei Abnahmen oder zu Rückfragen von Behörden und Auftraggebern. Genau deshalb setzt das neue Online-Tool auf Führung statt Freiheit. Schritt für Schritt werden Betriebe durch den gesamten Prozess geleitet. Unternehmensdaten werden automatisch vorgeschlagen, notwendige Unterlagen abgefragt, Dokumente strukturiert archiviert. Was banal klingt, verändert den Alltag.
Weniger vergessen, weniger suchen
Vor allem kleinere Betriebe profitieren davon, sagt Theo Oberhofer vom Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärbetrieb Oberhofer OHG des Karl und Theo Oberhofer & Co.
Der entscheidende Vorteil liege aber woanders: im System selbst. Das Tool frage automatisch jene Informationen ab, die häufig vergessen werden. „Dadurch wird verhindert, dass wichtige Dinge untergehen“, erklärt Oberhofer. Auch im Umgang mit Gemeinden sei das hilfreich, weil die Unterlagen standardisiert aufgebaut seien. Der Vergleich, den er zieht, kommt nicht zufällig: Das System funktioniere ähnlich gut wie die digitalen Einsatzsicherheitspläne des lvh – ebenfalls ein Bereich, in dem standardisierte digitale Prozesse zunehmend analoge Zettelwirtschaft ersetzen.
Digitalisierung, die tatsächlich Arbeit spart
Viele Digitalisierungsprojekte scheitern daran, dass sie theoretisch gut klingen, praktisch aber neue Komplexität schaffen. Das neue Tool versucht bewusst das Gegenteil. Daten eingeben. Unterlagen hochladen. Dokument generieren. Digital unterschreiben. Per E-Mail verschicken. Archivieren. Mehr braucht es nicht. „Das Programm ist hilfreich und verständlich gemacht“, sagt Herbert Kasal. Besonders die einfache Bedienung und die vereinfachte Handhabung seien entscheidend. „Es ist alles drin, was für Handwerksbetriebe wichtig ist.“
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