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Anreize für längeres Arbeiten im Alter: Handwerk unterstützt Begehrensantrag

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind Fachkräfte gefragter denn je. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die freiwilliges Weiterarbeiten über das Pensionsalter hinaus attraktiver zu machen.

Datum
07.05.2026
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Nicht nur im Südtiroler Handwerk ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften deutlich spürbar. Alle Sektoren kämpfen händeringend um ausgebildete Fachleute. Gleichzeitig verfügen viele ältere Personen über wertvolle Erfahrung, hohe Fachkompetenz und ein starkes Verantwortungsbewusstsein. Dieses Potenzial werde derzeit jedoch nicht ausreichend genutzt.

„Gerade im Handwerk sehen wir täglich, wie wichtig Erfahrung und Know-how sind."

„Viele unserer Betriebe würden gerne auf das Wissen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger zurückgreifen – doch die aktuellen Rahmenbedingungen setzen oft die falschen Anreize bzw. bestrafen jene, die weiterarbeiten möchten“, erklärt Walter Pöhl, Direktor im lvh.apa

Insofern begrüßt der lvh.apa den Begehrensantrag des Landtagsabgeordneten Harald Stauder an das italienische Parlament und an die italienische Regierung. Er schlägt konkrete Maßnahmen vor, die finanzielle Anreize für längeres Arbeiten schaffen sollen. Dazu zählen etwa Modelle, bei denen Rentenbeiträge bei aufgeschobenem Renteneintritt direkt an die Beschäftigten ausbezahlt werden – steuer- und abgabenfrei. Dies könne das Nettoeinkommen deutlich erhöhen und einen echten Unterschied machen.

Auch die geforderte Rechtssicherheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei aus Sicht des Handwerks zentral: Wer sich freiwillig für eine Weiterbeschäftigung entscheidet, müsse sich darauf verlassen können, dass der erworbene Rentenanspruch vollständig erhalten bleibt und jederzeit unter den ursprünglichen Bedingungen abgerufen werden kann.

Kritisch sieht der lvh.apa zudem die derzeitige steuerliche Behandlung von zusätzlichem Erwerbseinkommen im Rentenalter. „Wenn sich Mehrarbeit finanziell kaum lohnt, darf man sich nicht wundern, dass viele früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Hier braucht es dringend eine Reform hin zu einer spürbaren Entlastung“, untermauert Pöhl.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entlastung der Betriebe: Durch reduzierte Lohnnebenkosten bei der Weiterbeschäftigung oder Wiedereinstellung von Personen im Rentenalter könnten Unternehmen erfahrene Fachkräfte länger halten, ohne wirtschaftlich zusätzlich belastet zu werden.

Der lvh.apa ist überzeugt, dass ein Bündel solcher Maßnahmen sowohl dem Arbeitsmarkt als auch dem Rentensystem zugutekommt: Mehr Menschen bleiben länger im Erwerbsleben, die Betriebe sichern sich dringend benötigte Fachkräfte, und gleichzeitig wird das Pensionssystem entlastet.

„Es geht um eine Win-win-Situation für alle Beteiligten – für die Beschäftigten, die Betriebe und die Gesellschaft insgesamt. Jetzt braucht es den politischen Willen, die richtigen Weichen zu stellen“, betont lvh-Direktor Pöhl abschließend.

Im Bild: Pensionisten als wertvolle Fachkräfte – ©Shutterstock

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