Steckt in selbsthergestellten Produkten wirklich Natur?

Selbstgemachte Kosmetik und Heilmittel stehen derzeit hoch im Kurs. Verschiedene Anbieter organisieren Do-it-yourself-Kurse und Seminare und prahlen mit den natürlichen Inhaltsstoffen und der einfachen Zubereitung der Produkte. Die Schönheitspfleger mahnen allerdings zur Vorsicht.

Karin Ploner, Obfrau der Schönheitspfleger im lvhLandauf, landab gibt es derzeit die verschiedensten Angebote zur Herstellung der eigenen Haushaltsreiniger, Erkältungsmittel und Pflegeprodukte. „Auch wir Schönheitspfleger werden immer wieder von unseren Kunden angesprochen, ob es wirklich so simpel ist, gute Pflegeprodukte herzustellen. Aufhorchen lassen uns oft unwahre und naive Behauptungen mancher Anbieter“, berichtet die Obfrau der Schönheitspfleger im lvh, Karin Ploner.

„Eine Ringelblumensalbe für die zwischenzeitliche Verwendung ist in Ordnung. Wenn es allerdings um die tägliche Hautpflege geht, sollte man vorsichtig sein. Denn nur weil Pflanzenstoffe verwendet werden, bedeutet dies noch lange nicht, dass die Creme auch verträglich ist. Ein Fliegenpilz ist auch Natur pur, aber trotzdem nicht genießbar“, warnt Ploner.

Damit ein Kosmetikprodukt überhaupt erst im Verkauf angewendet werden kann, muss dieses verschiedenste Kontrollen unterlaufen: Challenge Tests, um die Wirksamkeit des Konservierungssystems zu garantieren, eventuelle Patch Tests, um die Hautverträglichkeit sicherzustellen, einer Sicherheitsbewertung durch autorisierte Personen, um zu garantieren, dass keine toxischen Inhaltsstoffe vorhanden sind (meist mehrere 100 Seiten), der rechtlichen Überprüfung der Etikette, Anwendungshinweise, Claims, usw., ebenso wie einer Notifizierung des Produktes auf europäischer Eben auf dem CPNP (Cosmetic Products Notification Portal). „Als ausgebildete Schönheitspflegerin kenne ich die Besonderheiten und Eigenschaften von Pflegeprodukten sehr gut und ich weiß: selbst hergestellte Produkte mit natürlichen Substanzen haben ohne Konservierungsstoffe eine Haltbarkeit von maximal drei bis vier Tagen. Dessen sollten sich die Menschen bewusst werden und nicht einfach einem Trend folgen, der schnellen und nicht vollständigen Aussagen zugrunde liegt.“

Was die Berufsgemeinschaft ebenso zu bedenken gibt, ist dass es für derartige Produkte keine Qualitätskontrolle bzw. Zertifizierungen gibt. „Kunden verdienen die beste Qualität. Deshalb arbeiten wir unter strengsten Auflagen und erfüllen damit höchste Qualitätsanforderungen. Nicht umsonst absolvieren wir eine vierjährige Ausbildung – häufig auch den Meisterbrief. Dabei erlernen wir sowohl den Aufbau und die Struktur der menschlichen Haut als auch die Auswirkungen verschiedener Substanzen. Kurzum: Es ist wichtig und richtig aufgeklärt zu sein und nicht irreführenden Aussagen zum Opfer zu fallen“, gibt die Schönheitspflegerin zu bedenken.

 

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