Fachkräftemangel ist auch für Südtiroler Unternehmen ein großes Thema

Gute Mitarbeiter/innen finden und binden - für viele Südtiroler Unternehmen ist dies derzeit eine der größten Herausforderungen. Um die derzeitige Situation bezüglich der Verfügbarkeit von Fachkräften in Südtirol zu erheben, hat das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen rund 1.700 Unternehmen befragt. Die Ergebnisse wurden heute bei einer Pressekonferenz in der Handelskammer präsentiert. 

Im Foto von links nach rechts: Georg Lun, Direktor vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung, Philipp Achammer, Landesrat, Michl Ebner, Handelskammerpräsident, Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer und Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer.

Aus den Umfrageergebnissen geht hervor, dass der Fachkräftemangel für rund ein Drittel der Südtiroler Unternehmen ein Problem darstellt. Unternehmen in Sektoren, in denen saisonale Arbeitsverhältnisse dominieren, nehmen den Fachkräftemangel dabei besonders stark wahr: Vor allem das Gastgewebe, die landwirtschaftlichen Genossenschaften und das Baugewerbe fühlen sich betroffen.

Unterschiede lassen sich auch im Hinblick auf die Unternehmensgröße erkennen: So geben über 60 Prozent der Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Größere Unternehmen leiden weniger an Stellenbesetzungsproblemen, rechnen jedoch in Zukunft verstärkt mit Schwierigkeiten durch den zunehmenden Mangel an Fachkräften.

Die Gründe für den Fachkräftemangel sehen die Unternehmen vor allem darin, dass sich schlichtweg nicht genügend Bewerber/innen auf die ausgeschriebenen Stellen melden und sie oftmals nicht die nötigen Fachkenntnisse mitbringen. Die Folgen sind eine Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft, abgelehnte Aufträge und ein Qualitätsverlust bei den angebotenen Dienstleistungen.

Bei den Themen Personalsuche und Personalmanagement besteht noch Nachholbedarf. Derzeit verlassen sich die Südtiroler Unternehmen hauptsächlich auf ihre persönlichen Kontakte und auf Inserate in Zeitungen, um Personal aus der unmittelbaren Umgebung zu rekrutieren. Je größer die Unternehmen, desto professioneller verläuft jedoch die Personalsuche.

„Es gibt viele Wege, um für die eigenen Beschäftigten und für potenzielle Bewerber/innen als Arbeitgeber attraktiv zu sein, wie beispielsweise das Anbieten von flexiblen Arbeitszeitmodellen, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine Entlohnung, welche die Leistung stärker honoriert. Die Arbeitgeberattraktivität zu steigern wird umso wichtiger, je weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen“, so Michl Ebner Präsident der Handelskammer Bozen.

Von der Politik und den Sozialpartnern wünschen sich die Unternehmen vor allen Dingen, die Rahmenbedingungen im Bildungsbereich zu verbessern. Außerdem würden 40,7 Prozent der Unternehmen eine Imageaufwertung der Handwerksberufe als Hilfe betrachten.

Landesrat Philipp Achammer unterstreicht: „Als Südtiroler Landesregierung ist es unser Ziel, die Rahmenbedingungen in Südtirol laufend zu optimieren und zu adaptieren, sodass wir Fachkräfte im Land behalten und darüber hinaus kluge Köpfe aus dem Ausland nach Südtirol holen können.“

Die Handelskammer Bozen bietet zum Thema Fachkräfte eine Reihe von Initiativen:

Eine neue Initiative des WIFO ist das Networking-Treffen „Talente-Aperitivo“, das im November an den Universitäten in München, Wien und Graz organisiert wird. Dabei können Südtiroler Unternehmen mit Südtiroler Student/innen, die in diesen Städten studieren, erste Kontakte knüpfen, aus denen sich in der Folge vielleicht Arbeitsmöglichkeiten ergeben können.

Zur Unterstützung der Unternehmen startet das WIFI, der Service für Weiterbildung und Personalentwicklung der Handelskammer Bozen, die neue Initiative Talent Management, die zahlreiche Maßnahmen umfasst. Dazu zählen die Sensibilisierung durch Impulsveranstaltungen, das Bereitstellen nützlicher Informationen und Checklisten für ein gelingendes Talent Management und die Organisation gezielter Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmer/innen und Personalverantwortliche,

Der Service Familienfreundliches Unternehmern bietet zudem professionelle Unterstützung, um familienfreundliche Maßnahmen im Unternehmen einzuführen, welche die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber steigern. So betrifft der Fachkräftemangel die Südtiroler Unternehmen

Der Bericht „Fachkräfte gesucht! Die Sicht der Südtiroler Unternehmen“ steht hier zum Lesen und Download bereit.

Im Foto von links nach rechts: Georg Lun, Direktor vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung, Philipp Achammer, Landesrat, Michl Ebner, Handelskammerpräsident, Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer und Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer.

 

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