In die Ausbildung der Jugend investieren

„Eine praxisorientierte Ausbildung, die Stärkung der Grundkompetenzen, die Vermittlung von soliden Basiskompetenzen und die Gleichwertigkeit der Bildungswege sind wesentliche Merkmale einer schulischen Ausbildung, die die Chancen der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen", betont der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsringes Philipp Moser.

moser philipp swrPhilipp Moser7.533 Jugendliche absolvierten im Schuljahr 2013/2014 eine Berufsausbildung. Dies sind knapp 700 mehr als noch im Schuljahr 2006/2007. „Diese Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen zur Berufssensibilisierung greifen und Berufsbildung nicht mehr vorwiegend als Chance für Jugendliche, die keine weiterführende Schule besuchen wollen, gesehen wird, sondern als interessante Alternative, die Jugendlichen die Möglichkeit bietet, Praxis und schulisches Wissen zu verbinden", so Moser. In den letzten Jahren jedoch sei ein neuer Trend erkennbar: Während die Anzahl der Berufsfachschüler, die eine Vollzeitausbildung besuchen, um mehr als die Hälfte gestiegen ist, ist ein Rückgang der Lehrlingszahlen um nahezu 30 Prozent zu verbuchen. „Diesem Trend muss mit gezielten Maßnahmen auf nationaler und auf lokaler Ebne entgegengewirkt werden, indem die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowohl für Ausbilder als auch für Auszubildende entsprechend gestaltet werden", fordert Moser. Die Anerkennung des Lehrlingsmodells in der neuen Arbeitsmarktreform sei ein erster, wichtiger Schritt dazu.
Ebenso seien neue Anreize und Impulse für Ausbildungsbetriebe notwendig, beispielweise im Bereich der Arbeitssicherheit oder des Jugendschutzes. Eine Chance biete auch der Südtiroler Lehrlingspakt, welcher zum einen die Eingliederung der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtern und zum anderen das wertvolle Gut der Lehre stärken soll.
„Aufgrund der demographischen Entwicklung werden wir in absehbarer Zeit jedoch mit einer neuen Herausforderung konfrontiert werden, nämlich dem Fachkräftemangel", analysiert Moser. Die Vernetzung und der Austausch zwischen Unternehmen, Schulen und Universitäten sei ein ausschlaggebender Faktor, damit sich die Ausbildung an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes orientieren kann und Jugendlichen somit eine reelle Einstiegschance in den Arbeitsmarkt ermöglicht wird. Mindestens genauso wichtig sei eine frühzeitige Sensibilisierung der Jugendlichen für die verschiedenen Berufe und die Ausbildungsmöglichkeiten.

Unterstützung für die Arbeitsmarktreform

In Südtirol sind rund 12 Prozent der Jugendlichen auf Arbeitssuche, in Italien ist gar jeder vierte Jugendliche ohne Arbeit. „Es muss unser aller gemeinsames Ziel sein, verstärkt Jugendliche in den Arbeitsmarkt zu holen und ihnen eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Die kürzlich von der Regierung verabschiedete Arbeitsmarktreform bietet gute Ansätze dafür, indem unbefristete Einstellungen gefördert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Diesen Weg gilt es weiter zu verfolgen", betont der SWR-Präsident abschließend.
Der Südtiroler Wirtschaftsring ist der Zusammenschluss der sechs größten Wirtschaftsverbände – Handels- und Dienstleistungsverband, Hoteliers- und Gastwirteverband, Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister, Unternehmerverband Südtirol, Südtiroler Bauernbund und Vereinigung Südtiroler Freiberufler. Im Zuge von fünf Veranstaltungen haben Südtirols Wirtschaftstreibende Wünsche und Vorschläge zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft geäußert. Eines der wichtigsten Anliegen: eine berufsorientierte Ausbildung für Jugendliche garantieren.

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