Der Tag des Handwerks 2014 - mit Fotogalerie!

Wenn im Handwerk etwas stimmt, dann ist es das Produkt. Um die Qualität der heimischen Produkte und Dienstleistungen noch besser zu kommunizieren und den Betrieben neue Freiräume für innovative und hochwertige Produkte zu verschaffen, sind allerdings geeignete und umsetzbare Rahmenbedingungen von Seiten der Politik erforderlich. Heute wurden diese Voraussetzungen im Rahmen des Tag des Handwerks im lvh diskutiert.

20141017 tag_des_handwerks_049„Egal ob Brot, Milch, Eier, Fleisch, Süßwaren, Teigwaren oder Genussmittel - die Qualität unserer regionalen Produkte findet immer größeren Zuspruch und auch Wertschätzung. Wir benötigen allerdings neue Spielräume, um diese Qualität weiterentwickeln zu können", erklärte lvh-Direktor Thomas Pardeller in seiner Eröffnungsrede.
Die Qualität besser ins Spiel zu bringen sowohl im Handwerk, in der Gesellschaft als auch in der Politik war das Hauptthema des diesjährigen Tag des Handwerks. „Eines dürfen wir mit Stolz sagen: das Produkt im Handwerk stimmt! Jedoch werden wir derzeit von allen Seiten mit Kontrollen und Regeln bombardiert, sodass wir uns nicht mehr auf unsere wahre Arbeit konzentrieren können. Hierfür benötigen wir politische Rahmenbedingungen, die uns Freiräume verschaffen und die es uns ermöglichen, mit unseren Partnern und Kunden über innovative Ideen nachzudenken und diese für sie umzusetzen", unterstrich lvh-Präsident Gert Lanz. Kleine Strukturen und kleine Kreisläufe so wie sie in Südtirol bestens funktionieren, sollten deshalb auf keinen Fall überreguliert werden. „Was 20141017 tag_des_handwerks_056bringt es, wenn diesen Kreisläufen das Geld entzogen wird und nicht mehr dort eingesetzt werden kann, wo es benötigt wird? Was bringt es der Wirtschaft und der Gesellschaft, wenn diese Kreisläufe verstopft werden?" fragte Lanz. Dahingehend sei die Politik gefordert, nach Möglichkeiten zu suchen, die die nachfragenahe Versorgung stärke und die Rahmenbedingungen für Betriebe realisierbar mache.
Dies gelte vor allem auch für die öffentlichen Ausschreibungen. „Es geht nicht um den Preis. Wir verlangen lediglich Bedingungen, damit auch wir kleine Handwerksbetriebe an den Ausschreibungen teilnehmen können", so Lanz. Dieselbe Meinung vertrat auch der Obmann des Südtiroler Bauernbundes Leo Tiefenthaler: „Wir brauchen weniger Bürokratie und weniger Auflagen, dafür mehr Praxis in der Politik."
Dass der Stellenwert des Handwerks im gesellschaftlichen, politischen und medialen Leben oft vergessen wird, bestätigte auch der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern Georg Schlagbauer. „In Bayern spielt das Handwerk als hochwertiger Lieferant für Produkte und Dienstleistungen und unentbehrlicher Arbeitgeber eine bedeutende Rolle. Dennoch ist auch bei uns ein Bewusstseinswandel notwendig und wir eine spezielle Politik für das Handwerk fordern", betonte 20141017 tag_des_handwerks_189Schlagbauer. Lob für die Leistungen und Produkte im Südtiroler Handwerk kamen hingegen von Luca Da Corte, nationaler Präsident der Nudelhersteller.
Abschließend forderte der Verbandspräsident die Handwerker aber auch zu mehr Selbstverantwortung und Wertschätzung für die eigenen Leistungen auf. „Das Handwerk war immer schon innovativ, wir haben es nur nie kommuniziert. Wir haben immer schon höchste Qualität geboten, dies aber zu wenig vermarktet. Wir müssen unsere Produkte und Leistungen selbst mehr wertschätzen, dann werden sie auch wertvoller für die anderen. Wir sollten uns aber mit anderen Handwerkern zusammenschließen, um unsere Stärken noch stärker zu machen", so Lanz. Von der Politik wünscht sich das Südtiroler Handwerk ganz konkret ernst genommen zu werden, damit konstruktive Entscheidungen für die Wirtschaft und die Gesellschaft herbeigeführt werden können.

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