Unterlandler Handwerker unzufrieden

Das Südtiroler Vergabesystem, die Ausbildung von Lehrlingen und die Arbeitssicherheit waren die Hauptthemen, die kürzlich im Rahmen der Ausschusssitzung der Unterlandler Handwerker diskutiert wurden. Zu Gast war der Landtagsabgeordnete Oswald Schiefer und SVP-Stellvertreterin Barbara Franzelin.

rizzolli georg 250„Gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister haben wir verschiedene Vorschläge für das neue lokale Vergabegesetz eingebracht, das im nächsten Jahr in Kraft treten soll. Ziel soll es sein, den Kleinbetrieben noch mehr Chancen einzuräumen, sich an den öffentlichen Ausschreibungen beteiligen zu können", erklärte Georg Rizzolli, Bezirksbmann der Handwerker im Unterland. Am wichtigsten sei es, dieses Vorurteil der Rechtsunsicherheit aus dem Weg zu räumen. „Solange diese Zweifel und Unsicherheiten bestehen, wird die Wirtschaft gelähmt und dagegen müssen wir etwas unternehmen", unterstrich auch Barbara Franzelin, SVP-Stellvertreterin des Unterlands. Zusicherung, dass sich der Handwerkerverband auch weiterhin für die notwendigen Rahmenbedingungen im Bereich der öffentlichen Ausschreibungen einsetzen werde, kam von lvh-Vizepräsident Giorgio Bergamo.
Ein nach wie vor großes und wichtiges Thema sei außerdem die Arbeitssicherheit. „Vor wenigen Monaten wurde eine Diplomarbeit zum Thema Arbeitssicherheit im lvh vorgestellt, wo ein konkreter Vergleich der Sicherheitsbestimmungen zwischen Österreich, Italien und Deutschland angestellt wird. Weniger strenge Auflagen wären auf europäischer Ebene durchaus möglich, ohne dass dies auf Kosten der Arbeitnehmer und Lehrlinge geht", betont Bergamo. In Österreich und Deutschland sind andere Gesetze in Kraft, die ebenso auf EU-Bestimmungen basieren und weniger scharfe Auflagen beinhalten. „Eine Annäherung an diese sollte zumindest in einigen Punkten erzielt werden", so Rizzolli. In dieselbe Kerbe schlug auch der Landtagsabgeordnete Oswald Schiefer. „Die derzeitigen Bestimmungen, die bei der Einstellung eines Lehrlings zu berücksichtigen sind, sind schlichtweg übertrieben. Die Bereitschaft der Unternehmen, einen Lehrling aufzunehmen sinkt und der Staat riskiert einen weiteren Lehrlingsrückgang", so Schiefer. Um diese Argumente noch weiter zu forcieren, schlägt Schiefer ein Treffen mit den Südtiroler Parlamentariern Manfred Schullian und Francesco Palermo vor. Der Bezirksausschuss der Handwerker wird nun gemeinsam mit dem lvh alle Anliegen und Sorgen der Wirtschaftstreibenden aufnehmen und diese den Vertretern in Rom aushändigen.

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