„In Italien fehlt Bewusstsein für qualifiziertes Handwerk!"

Arbeitssicherheit, das neue Vergabegesetz, die Jugendarbeitslosigkeit und die Steuerabsetzmöglichkeiten 2015 waren nur einige der zahlreichen Themen, die bei der lvh-Ortsversammlung von Terenten auf der Tagesordnung standen. Man kam zum Schluss, dass in vielen Bereichen noch großer Handlungsbedarf besteht. Dies betrifft ebenso die Projekte auf Gemeindeebene, die man sich für das neue Jahr vorgenommen hat.

„Für 2015 wurden die Steuerabsetzmöglichkeiten für das energetischen Sanieren in vollem Umfang verlängert", informierte Heinz Unterpertinger, der lvh-Ortsobmann von Terenten. „Für das Frühjahr organisieren die Ortsgruppe und der lvh deshalb eine Informationsveranstaltung in terenten ov_800der Gemeinde, um die Bevölkerung über die Vorteile aufzuklären und sie dazu zu animieren, diese einmalige Chance wahrzunehmen.", kündigte Unterpertinger an.
Bezirksausschussmitglied Günther Gremes, ging in seiner Ansprache auf die Arbeitssicherheit ein. Er nahm dabei Bezug auf die Diplomarbeit eines Innsbrucker Studenten, die in Zusammenarbeit des lvh und der Universität Innsbruck entstanden war. Darin wurden die geltenden Bestimmungen in Österreich, Bayern und Italien verglichen. Dabei kam klar zum Ausdruck, dass die Gesetze in Italien am strengsten sind. „Zudem ist die Arbeitssicherheitsausbildung hier bei uns kein fester Bestandteil der Berufsausbildung wie in unseren deutschen Nachbarländern", bedauerte Gremes. Er wies jedoch darauf hin, dass in Südtirol, auf verstärkten Druck der Wirtschaftsverbände hin, nun eine bessere Einbindung in den Unterricht erwartet wird. Abschließend rief er die Betriebe noch dazu auf, sich zur Tipworld, der Pustertaler Messe für Hotellerie und Gastgewerbe, anzumelden. „Überlasst nicht der auswärtigen Konkurrenz das Feld! Nur wenn genügend Pusterer Betriebe ausstellen, wird diese Messe auch in Zukunft einen klaren wirtschaftlichen Mehrwert für das Pustertal bringen", so Gremes.
Vizepräsident Martin Haller erläuterte die Hintergründe und Schwierigkeiten bei der Ausarbeitung des neuen Vergabegesetzes für die öffentlichen Arbeiten. „In Italien fehlt vielfach das Bewusstsein für qualifiziertes Handwerk", so Haller. Mit dem neuen Gesetz besteht nun die Chance, der Aufteilung in Gewerke und Lose auch rechtlich den Vorzug zu geben und für die Verwalter mehr Rechtssicherheit zu schaffen. Was die Jugendarbeitslosigkeit angeht, so Haller, habe sich eindeutig herausgestellt, dass in den Ländern mit verwurzelter dualer Ausbildung die Rate niedrig ist. Daher wird der lvh in diesem Jahr mit Nachdruck das Gespräch mit der Landesregierung suchen, um konkrete Lösungen für die Stärkung der dualen Ausbildung auf allen Ebenen zu erreichen.
Vizebürgermeister Reinhold Weger berichtete von den wichtigsten Bauvorhaben der Gemeinde im laufenden Jahr, darunter die Sanierung der Grundschule mit einem Preisanschlag von 4,2 Millionen Euro. Weiters werde die Umstellung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-System abgeschlossen sowie Instandhaltung und Sanierung von Straßen, Brücken und Abwasserleitungen durchgeführt. Die Beteiligung am E-Werk sichere der Gemeinde die notwendigen finanziellen Mittel, um auch die GIS im Rahmen zu halten. „Es braucht in der Gemeinde unternehmerisches Denken und das versuche ich, soweit als möglich, in der Verwaltungsarbeit der Gemeinde einzubringen", so Weger. Auch sei es in den letzten Jahren in Terenten gelungen, die meisten Arbeiten mit einheimischen Betrieben auszuführen. Weger bedauert, dass die Breitbandanbindung leider aufgrund bürokratischer und technischer Hindernisse, die nicht im Verantwortungsbereich der Gemeinde Terenten liegen, noch nicht zufriedenstellend ist.

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