„Gesetze an die Realität anpassen, nicht umgekehrt!"

Zahlreich waren die Themen bei der lvh-Ortsversammlung von Stilfs. Das neue Vergabegesetz, die Ausbildung der Jugendlichen und der Beitragsstopp bei den Landesförderungen waren nur einige Punkte, die auf der Tagesordnung standen. Im Hinblick auf die kommenden Gemeinderatswahlen kam zum Ausdruck, dass man eine starke Vertretung des Handwerks in den Gemeindestuben anstrebe und auf die Unterstützung der Handwerker baue.

Volgger-Daniel---OO-StilfsDaniel Volggerlvh-Ortsobmann Daniel Volgger begrüßte die Anwesenden und berichtete von den Tätigkeiten des vergangenen Jahres. Als wichtigen Fixpunkt nannte er die jährliche Hauptversammlung, bei der die Handwerker von Stilfs immer wieder die Möglichkeit haben, sich auszutauschen und über wirtschaftlich wichtige Themen zu diskutieren.
"Die Gesetze müssen an die Realität angepasst werden und nicht umgekehrt", unterstrich lvh-Vizepräsident Martin Haller. „Denn was für Bozen gut geht, muss nicht auch gleich in jeder kleinen Gemeinde gut funktionieren", so Haller weiter. Außerdem müsse die Arbeitssicherheit umgehend in die Lehrpläne der Berufsschulen integriert werden", betonte er. „Es kann nicht sein, dass die Betriebe nach der abgeschlossenen Lehre des Lehrlings nochmals in dessen Arbeitssicherheitsausbildung investieren müssen!"

Schwierigkeiten in Lehrlingsausbildung

Erhard Joos, lvh-Bezirksobmann des oberen Vinschgaus, stellte den Anwesenden das neue Vergabegesetz vor und thematisierte auch die Überarbeitung des Landesraumordnungsgesetzes. „Für die Förderungen, die die Landesregierung bis auf Weiteres nur mehr für Innovation und Internationalisierung vorsieht, müssen erst neue Kriterien ausgearbeitet werden. Investitionen sollen deshalb künftig aus dem Rotationsfonds gefördert werden", so Joos. Außerdem brachte er die Schwierigkeiten in der Lehrlingsausbildung zur Sprache. „Auf der einen Seite scheuen sich die Betriebe wegen der hohen Auflagen Lehrlinge einzustellen. Die Jugendlichen auf der anderen Seite ziehen es vor, zunächst zur Schule zu gehen und dann die Matura und eine Universität zu absolvieren", bedauerte der Bezirksobmann. Vizebezirksobmann Günther Platter betonte die Wichtigkeit der Wahlbeteiligung der Handwerker. „Es stehen die Gemeinderatswahlen und die Neuwahlen in den Raiffeisenkassen an. Es ist wichtig, dass die Handwerker in den verschiedenen Gremien mitentscheiden und die Handwerker sollen ihre Kandidaten unterstützen", appellierte Platter.

"Viele sind unschlüssig"

Bürgermeister Hartwig Tschenett sprach von der Schwierigkeit, motivierte Kandidaten für die Wahlen zu finden. „Nicht alle wollen weitermachen. Besonders auf Grund der Sanitätsreform sind viele unschlüssig, warten noch auf den Ausgang der Diskussion und entscheiden dann erst, auf welcher Liste sie kandidieren wollen", so Tschenett. Außerdem versicherte er den Handwerkern, dass die Gemeinde bei der GIS den gesamten Spielraum ausgenutzt hätte und stellte in Aussicht, dass womöglich bald wieder eine Arbeitsgruppe für die Maut auf der Stilfserjochstraße formiert werden soll.

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