„In Italien die meisten und höchsten Auflagen!"

Glurns - Dass die Zusammenarbeit der jüngeren und älteren Generationen bei den Glurnser Handwerkern einen hohen Stellenwert hat, wurde bei der letzten Jahreshauptversammlung deutlich. Im Rahmen der Sitzung wurde auch über die wichtigsten wirtschaftlichen Themen auf Orts-, Bezirks- und Verbandsebene aufgeklärt. Außerdem hörten die Anwesenden einen Fachvortrag über die sogenannten „Megatrends" und die konkreten Chancen, die sich dabei für das Südtiroler Handwerk ergeben.

Wallnoefer-Marina---OO-Glurns-und-Tauferslvh-Ortsobfrau Marina Romana Wallnöfer freute sich besonders über die immer stärker werdende Präsenz der jungen Handwerker bei den Treffen der Ortsgruppe. „Und auch die Frauen spielen im Handwerk eine immer größere Rolle", so Wallnöfer, die dies in ihrer Funktion als Ortsobfrau von Glurns auch selbst nach außen trägt. Bezirksobmann Erhard Joos ging auf eine Diplomarbeit ein, die in Zusammenarbeit des lvh und der Universität Innsbruck entstanden ist. Darin wurden die Arbeitssicherheitsbestimmungen in Italien, Österreich und Bayern verglichen. „Es kam deutlich zum Ausdruck, dass italienische Betriebe mit den meisten und höchsten Auflagen zu kämpfen haben", fasste Joos zusammen und fügte an, dass man auf dieser Grundlage nun weiter Maßnahmen einlenken will, um die Konditionen für die Betriebe zu verbessern. Vizebezirksobmann Günther Platter betonte die Wichtigkeit der generationenübergreifenden Zusammenarbeit. „Es ist wichtig, dass auch die jungen Handwerker zu den Sitzungen kommen, damit sie über die Tätigkeiten informiert sind und sie übernehmen können", so Platter.

Regionale Produkte wieder im Trend

lvh-Verbandsassistentin Nadine Pichler gab Aufschluss über Megatrends und deren Chancen für die Südtiroler Handwerker und Dienstleister. „Momentan neigt der Trend immer stärker zu Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Kunden interessieren sich vermehrt für einheimische Produkte und Dienstleistungen und sind auch bereit, mehr Geld dafür zu bezahlen", fasste sie die Ergebnisse einer Umfrage zusammen. Auch der Trend der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung bietet Chancen für das Handwerk, sich neu aufzustellen und die betriebliche Produktpalette zu erweitern. „Man denke dabei zum Beispiel an die unzähligen Entwicklungsmöglichkeiten beim altersgerechten Wohnen. Besonders wenn man bedenkt, dass aktuell gerade einmal 1% der Wohnungen seniorengerecht gestaltet sind", so Pichler.

"Bei Gesetzen braucht es seine Zeit"

Erich Josef Wallnöfer (Bürgermeister Glurns) und Hermann Bernhard Fliri (Bürgermeister Taufers im Münstertal) berichteten aus den Gemeindestuben. Sie betonten die Wichtigkeit, dass auch die Gewerbetreibenden in den Gemeindeverwaltungen sitzen und aktiv mitentscheiden. „In Glurns wird bis zum Sommer die Breitanbindung des Ortes umgesetzt, danach ist die gesamte Gemeinde an das Netz angeschlossen", verkündete Wallnöfer erfreut.
"Wenn es um Gesetze geht, braucht es immer seine Zeit, bis etwas vorangeht", bedauerte Landesabgeordneter Josef Noggler im Hinblick auf das Vergabegesetz und die Landesraumordnung. Bei den öffentlichen Aufträgen hielt er die Gemeindevertreter an, vor allem die kleinen örtlichen Betriebe zu berücksichtigen und die vorhandenen Spielräume auszunutzen.

Diese Webseite verwendet eigene technische Cookies und Cookies Dritter, damit Sie effizient navigieren und die Funktionen der Webseite einwandfrei nutzen können.