Uhrmacher protestieren gegen Konzern Richemont

Uhrmacher protestieren gegen Konzern Richemont

 Um auf ein drohendes Monopol durch große Konzerne aufmerksam zu machen, protestierten viele Uhrmacher am 30. September 2009 vor dem Konzern Richemont in Mailand. Indem der Konzern keine Ersatzteile mehr ausliefert, sehen die Uhrmacher ihr Handwerk in Gefahr.

Auch renommierte Uhrmarken leiden zurzeit unter der weltweiten Wirtschaftskrise. Daher scheint es immer mehr zur Praxis von großen Konzernen zu werden, Ersatzteile nicht mehr bzw. nur noch Fertigprodukte zu liefern, um sich selbst die Service- und Reparaturleistungen zu sichern.

Zur Produktpalette des Schweizer Konzerns Richemont, dessen Hauptgeschäftsbereiche Schmuck, Uhren, Schreibgeräte und Bekleidung sind und einer der weltweit größten Hersteller von Luxusgütern ist, zählen Uhrenmarken wie A. Lange & Söhne, Baume & Mercier, Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Officine Panerai, Piaget, Vacheron Constantin und Van Cleef & Arpels.

"Das Uhrmacherhandwerk ist durch die Produktion von Billiguhren bereits im Abwärtstrend", so Giancarlo Benetti, Obmann der Berufsgemeinschaft der Uhrmacher und Vizeobmann der Vereinigung der Südtiroler Uhrmacher. "Wenn die Konzerne sich nun auch noch weigern, Ersatzteile zu liefern, um selbst den Service zu machen, entsteht eine Monopolstellung und es kommt zu überhöhten Preisen."

Stark überhöhte Preise für Reparaturen

Für die traditionellen Uhrmacher bedeutet dies weniger Arbeit, für die Kunden wird es teuer. "Der Reparaturpreis der Konzerne ist stark überhöht, er kann sogar das Vierfache des üblichen Reparaturpreises betragen", so Benetti, der sich um die Zukunft vieler traditioneller Uhrmacher sorgt. "Wer eine solche Uhrmarke besitzt, ist nämlich beim Service ewig an den Konzern gebunden und wird die überhöhten Preise zahlen müssen."

Mit Protestaktionen wollen Uhrmacher aus ganz Europa, die keine Ersatzteile mehr erhalten, auf diesen Missstand aufmerksam machen. An der Protestkundgebung in Mailand hat sich die Vereinigung der Südtiroler Uhrmacher, vertreten durch Giancarlo Benetti und Georg Tschager, beteiligt.

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