3D-Druck für alle - vom Handwerker bis zum Heimwerker (Teil 2)

Teil 2 der Artikelserie zum 3D-Druck.

Traditionelles Handwerk war gestern. Internet und neue Technologien haben herkömmliche Produktionsweisen grundlegend umgestaltet. Konzepte wie „Open Source" oder „Maker Culture" ermöglichen die Herstellung komplexer Objekte in der eigenen Garage. Doch wer und was steckt dahinter?

Urban Tabby ist das erste „Open-Source-Auto" der Welt und kann innerhalb von 60 Minuten (laut Hersteller) von jedem selbst zusammengebaut werden. Bestellt wird das „Auto zum Selbstbasteln", auch Ikea-Auto genannt, online, wo man zwischen verschiedenen Modellen und Designs wählen kann. Entworfen und entwickelt wird das Auto von der italienischen Firma OSVehicle in der Provinz Varese und ist ab circa 4.000 Euro erhältlich.
tooltime druck_innovationOpen Source, was soviel bedeutet wie „zugänglich für alle", ist eines der Grundprinzipien der „Maker Culture". Diese revolutionäre Subkultur hat sich zum Ziel gesetzt, Probleme bei Herstellung und Produktion aus eigener Hand zu lösen. Das gelingt ihnen durch den Einsatz innovativer Techniken, wodurch sie kostspieligen Speziallösungen ausweichen können. Als Geburtsstunde dieser Bewegung, deren Gründer ursprünglich aus der Hackerszene stammten, gilt die Veröffentlichung der ersten Ausgabe des amerikanischen Heimwerkermagazins „Make" im Jahre 2005. Seit diesem Zeitpunkt verzeichnet das Netzwerk einen enormen Zuwachs. Die „Makers" waren es auch, die vor einigen Jahren den ersten, erschwinglichen 3D-Drucker der breiten Masse angeboten haben. Interessant: Auch dieser Drucker wurde mittels des „Open-Source-Prinzips" realisiert. Und dieses Konzept gilt nicht mehr nur für die Computerwelt, sondern ist inzwischen auch in andere Bereiche wie ins Handwerk oder in die Industrie vorgedrungen. Durch dieses Prinzip kann jeder an der Entwicklung und Herstellung eines Produktes teilnehmen, dieses auch verändern und verbessern.
Die „Maker-Bewegung" beginnt nun auch in Italien Fuß zu fassen (www.makeinitaly.org). Das Netzwerk ist im ganzen Land organisiert, veranstaltet eigene Messen, die sogenannten „Maker-Faires", und gründet „FabLabs - Werkstätten mit gemeinsam angeschaffter Ausrüstung, die industrielle Produktionsverfahren für Einzelstücke zur Verfügung stellen und High-Tech-Geräte, so wie 3D Drucker, zur kostenlosen Nutzung anbieten. Das erste FabLab Südtirols befindet sich im TIS innovation park, wird aber dann vorrausichtlich in den neugeplanten Technologiepark umsiedeln.
Aus Konsumenten werden Unternehmer, aus Hobbybastlern digitale Handwerker. Viele sind sogar der Meinung, die „Makers" wären durch die heimische „Do-It-Yourself-Produktion", die individuell anpassbar und gleichzeitig auch billig ist, im Stande, dem „Made-in-China-Trend" ein Ende zu setzen.

Wie sich bereits auch Südtiroler Betriebe solche Konzepte zu Nutzen machen und welche Projekte sie konkret realisieren, das erfahrt ihr im letzten Teil der Serie.

Nähere Infos zu Open Innovation Südtirol bei der Innovationsberatung im lvh oder unter +39 0471 323245.

Teil 1: Das italienische Handwerk druckt sich aus der Krise

Teil 3: 3D-gedruckt ist halb gewonnen - auch in Südtirol!

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