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Sommerreifenwechsel verschärft Entsorgungsproblem

Mit dem Start des Saisonalen Reifenwechsels ab 15. April spitzt sich in Südtirols Kfz-Werkstätten ein strukturelles Problem weiter zu: Altreifen werden nicht im notwendigen Ausmaß abgeholt und stapeln sich in den Betrieben. 

Datum
26.03.2026
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Besonders betroffen ist Südtirol, da Kfz-Mechatroniker/innen saisonbedingt sowohl Winter- als auch Sommerreifen montieren und damit deutlich höhere Mengen an Altreifen anfallen. Entsprechend steigen Lagerdruck, Platzbedarf und organisatorischer Aufwand. Gleichzeitig verweisen die zuständigen Konsortien darauf, dass die Sammelquoten erfüllt seien – aus Sicht der Betriebe eine Einschätzung, die an der Realität vorbeigeht. 

Zusätzlichen Druck erzeugen illegale Marktströme: Altreifen aus dem Ausland, die in Italien kostenlos entsorgt werden, während gleichzeitig große Mengen an importierten Neureifen ohne korrekte PFU-Zahlungen in den Kreislauf gelangen. Die daraus entstehenden Altbestände belasten das bestehende System zusätzlich.

Hinzu kommen Unregelmäßigkeiten bei der Abholung und Abrechnung. Betriebe berichten von falsch angegebenen Gewichten und zusätzlichen Kosten, obwohl die Entsorgung bereits über den PFU-Beitrag im Reifenpreis bezahlt wurde. Selbst bei ausgeschöpften Kontingenten werden Abholungen durchgeführt – jedoch nur gegen Bezahlung. Für einen LKW fallen dabei rund 500 Euro an. Eine Weitergabe der Kosten an den Endkonsumenten wollen die Betriebe hierbei vermeiden, sehen sich aber finanziell immer mehr unter Druck.

„Die Betriebe bezahlen die Entsorgung bereits im Voraus – und werden dennoch zusätzlich belastet“, erklärt Obfrau Julia Genetti.

„Eine realitätsnahe Anpassung der Sammelquoten und eine Erhöhung des Kontingents ist daher unbedingt erforderlich, um den tatsächlichen Mengen gerecht zu werden.“

Für den lvh ist klar: Das derzeitige System erfüllt formale Quoten, greift aber in der Praxis zu kurz. Neben einer deutlichen Anhebung der Sammelquote – insbesondere in Regionen mit starkem saisonalem Reifenwechsel – braucht es mehr Transparenz, strengere Kontrollen entlang der Lieferkette und verlässliche Rahmenbedingungen für eine funktionierende Entsorgung.

„Solange die realen Mengen nicht berücksichtigt werden, bleibt das System auf dem Papier korrekt – in der Praxis funktioniert es nicht“, so Genetti. „Unsere Betriebe brauchen Lösungen, keine theoretischen Quoten.“

Im Bild: Julia Genetti, Obfrau der Kfz-Mechatroniker/innen im lvh – Foto © lvh.apa

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