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Bettenstopp verlängern – mit Maß und wirtschaftlicher Vernunft

Die Debatte um die Verlängerung des Bettenstopps in Südtirol hat in den vergangenen Tagen deutlich an Fahrt aufgenommen. Während die grundsätzliche Entscheidung für den Bettenstopp politisch außer Frage steht, ruft der der Wirtschaftsverband lvh.apa zu einem realistischen und wirtschaftlich tragfähigen Umgang mit den bestehenden Fristen auf.

Datum
23.01.2026
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Aus Sicht des lvh ist klar: Der Bettenstopp als Instrument zur Steuerung der touristischen Entwicklung besteht und wird nicht infrage gestellt. Ziel bleibt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tourismus, Lebensqualität der Bevölkerung und nachhaltiger Raumentwicklung zu sichern. Doch genau dieses Ziel droht verfehlt zu werden, wenn wirtschaftliche Realitäten außer Acht gelassen werden.

Konkret geht es um die aktuell geltende Frist, wonach bis zum 22. September 2026 eine Baubeginnmeldung erfolgen muss, um bestehende Kontingente zu sichern.

„Aus wirtschaftlicher Sicht hält der lvh dieses „Alles-oder-nichts“-Szenario für wenig sinnvoll – weder für jene, die bauen wollen, noch für die Bauunternehmen, die diese Vorhaben umsetzen sollen“, ist lvh-Verbandschef Martin Haller überzeugt.

„Auf Teufel komm raus“ Projekte zur Baureife zu treiben, bedeutet in der Praxis enormen Zeitdruck, steigende Kosten und eine Überlastung der gesamten Wertschöpfungskette. Das weiß auch Fritz Ploner, Baugruppenobmann im lvh: „Viele Projektträger stehen noch in der Planungsphase, müssen Finanzierungen klären oder Genehmigungsverfahren abschließen. Gleichzeitig ist die Bauwirtschaft derzeit stark ausgelastet. Würden nun innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Bauvorhaben gleichzeitig gestartet, wäre diese Menge schlicht nicht zu stemmen.“

In diesem Zusammenhang bringt lvh-Direktor Walter Pöhl einen konkreten Lösungsvorschlag ein: Statt einer starren Frist plädiert er für eine gestaffelte Planung und Umsetzung der Projekte: „Damit könnten Bauvorhaben zeitlich entzerrt, besser koordiniert und an die tatsächlichen Kapazitäten der Bauwirtschaft angepasst werden. Eine solche Staffelung würde sowohl den Projektträgern als auch den ausführenden Betrieben mehr Planungssicherheit geben und extreme Ausschläge im Markt vermeiden.“

Die Folgen eines ungebremsten Vorziehens wären andernfalls absehbar: In einer ersten Phase käme es zu einer Überhitzung der Baubranche, mit steigenden Preisen, Engpässen bei Fachkräften und Materialien sowie einem erhöhten Risiko, dass Aufträge an externe Unternehmen außerhalb Südtirols vergeben werden. Genau das würde der regionalen Wirtschaft schaden, anstatt sie zu stärken. In einer zweiten Phase drohte dann das gegenteilige Problem – ein Auftragsloch, sobald die künstlich vorgezogenen Projekte abgearbeitet sind.

Vor diesem Hintergrund spricht sich lvh-Präsident Martin Haller für eine Verlängerung des Bettenstopps um weitere fünf Jahre aus. Eine solche Lösung würde allen Beteiligten mehr Luft verschaffen: den Projektträgern für eine solide, durchdachte Planung und den Bauunternehmen für eine gleichmäßigere, planbare Umsetzung der Arbeiten. Haller betont in diesem Kontext auch die zentrale Bedeutung des Tourismussektors für Südtirol. „Als wesentlicher Wirtschaftsmotor sichert er zahlreiche Arbeitsplätze und ist eng mit dem lokalen Handwerk und der Bauwirtschaft verflochten. Daher ist es im Sinne aller, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Investitionen qualitätsorientiert, planbar und nachhaltig erfolgen können.“

Im Bild: lvh-Baugruppenobmann Fritz Ploner – Foto © Harald Wisthaler

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