Altreifen: Entlastung für Südtirols Werkstätten in Sicht
Seit Monaten stapeln sich in vielen Südtiroler Kfz-Betrieben die Altreifen. Nun reagiert die Landesregierung und plant eine Soforthilfe für betroffene Unternehmen. Die Kfz-Mechatroniker/innen im lvh.apa begrüßen den Schritt – sehen damit aber auch den Auftrag verbunden, das Entsorgungssystem langfristig verlässlich aufzustellen.
Volle Lagerflächen, steigende Sicherheitsanforderungen und zusätzliche Kosten: Die schleppende Abholung von Altreifen hat sich für zahlreiche Südtiroler Werkstätten in den vergangenen Monaten zu einem immer größeren Problem entwickelt. Die Kfz-Mechatroniker/innen im lvh.apa Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister haben wiederholt auf die Situation aufmerksam gemacht und konkrete Lösungen eingefordert.
Umso positiver bewertet die Berufsgemeinschaft die Entscheidung der Südtiroler Landesregierung, eine außerordentliche und zeitlich befristete Unterstützung vorzubereiten. Vorgesehen ist, Betrieben bis zu 80 Prozent jener Kosten zu erstatten, die entstehen, wenn sie Altreifen über private Entsorgungsunternehmen abtransportieren lassen.
„Wir haben bei vielen Treffen auf die Problematik und die Dringlichkeit einer Maßnahme hingewiesen. Leider können die Werkstätten die Folgen eines nicht funktionierenden Sammelsystems nicht dauerhaft auffangen. Wenn Reifen über Monate nicht abgeholt werden, fehlen irgendwann schlicht der Platz und die Möglichkeiten für eine ordnungsgemäße Lagerung. Dies merkt man gerade auch jetzt, wo der Winterreifenwechsel wieder ansteht. Dass das Land nun handelt, ist deshalb ein sehr wichtiges und bedeutendes Signal an die Betriebe, vor allem für die kleinstrukturierten Unternehmen, die jede Soforthilfe wohlwollend in Anspruch nehmen.“
Für Dietmar Mock, Obmann der Berufsgruppe Metall im lvh, ist deshalb entscheidend, neben der kurzfristigen Hilfe auch die Ursache des Problems im Blick zu behalten: „Die geplante Unterstützung schafft für die Betriebe dringend benötigten Spielraum. Gleichzeitig darf daraus keine dauerhafte Ersatzlösung werden. Die Werkstätten erfüllen ihre Verpflichtungen und brauchen im Gegenzug ein Sammelsystem, auf das sie sich verlassen können. Ziel muss sein, dass Altreifen regelmäßig, planbar und in ausreichender Menge abgeholt werden.“
Der lvh bedankt sich daher in erster Linie bei Landesrat Marco Galateo, dass das Land Südtirol die akute Belastung der Unternehmen aufgreift. Gleichzeitig bleibt die grundsätzliche Zuständigkeit für die Bewirtschaftung der Altreifen bei den Herstellern und Importeuren beziehungsweise den dafür vorgesehenen Sammelsystemen.
Die nun angekündigte Maßnahme kann die angespannte Situation kurzfristig entschärfen. Für die Kfz-Mechatroniker/innen ist jedoch klar: Langfristig braucht es ein Entsorgungssystem, das auch in Südtirol zuverlässig funktioniert – damit Werkstätten wieder Werkstätten sein können und keine Zwischenlager für Altreifen.
Bild 1: Julia Genetti, Obfrau der Kfz-Mechatroniker/innen im lvh – © Gabriel Höllrigl
Bild 2: Dietmar Mock, Obmann der Berufsgruppe Metall im lvh – © Alan Bianchi
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