„Wir sind die praktisch Hochqualifizierten!"

Eine paradoxe Situation herrscht momentan in vielen europäischen Ländern: auf der einen Seite werden an Universitäten Leute ausgebildet, die im Arbeitsmarkt nicht gebraucht werden und auf der anderen schwindet die Wirtschaftskraft, weil bedeutende Fachkräfte fehlen. „Entscheidend für den Markterfolg sind jedoch Fachkräfte mit Anwendungskompetenz", betont lvh-Präsident Gert Lanz.

Gert Lanz Präsident quer 400„Warum die Schweiz so reich ist, ist nicht wegen der Banken, sondern dank ihres Berufsbildungssystems und ihrer Arbeitsqualität. Ihr Reichtum rühmt vielmehr daher, dass die hohe Produktivität und Arbeitsqualifikation in 230 anerkannten Berufen – dank dem Berufsbildungssystem – extrem breit gestreut ist", sagt lvh-Präsident Gert Lanz. Auch die Spitzenstellung der Schweiz im Bereich der Innovationen geht stark auf die Berufsbildung zurück. „Die Chance der Arbeitsmarktbefähigung und des Wirtschaftswachstums durch die berufliche Ausbildung sollten wir auch in Südtirol viel stärker nutzen. Es braucht auf jeden Fall gute Ingenieure, aber ohne Berufsfachleute, die die Prototypen ausführen geht gar nichts, wir sind die praktisch Hochqualifizierten", unterstreicht Lanz.
Vor allem angesichts des ständigen Strukturwandels in der Wirtschaft, wo traditionelle Branchen mit ausgereiften Technologien verschwinden und neue innovative Branchen und Dienstleistungsformen entstehen, kann die berufliche Aus- und Weiterbildung das Instrument für die Diffusion neuer Technologien sein. „Die haller martin 200 300Arbeitsproduktivität hängt vor allem von den menschlichen Fähigkeiten ab, neue Materialien zu beherrschen, technologisch neue Produkte herzustellen und schnell neue Prozesse und Verfahren zu akzeptieren. Dazu ist eine solide berufliche Grundbildung so wie wir sie in Südtirol haben Grundvoraussetzung", unterstreicht auch Martin Haller, Vizepräsident im lvh. Der Wert dieses „Humankapitals" dürfe in Hinsicht auf die zukünftige makroökonomische Entwicklung auf keinen Fall vernachlässigt oder ignoriert werden.
Wie heute bereits vom Amt für Arbeitsmarktbeobachtung veröffentlicht, zählt das Südtiroler Handwerk zu den stärksten Ausbildern im Land. „Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren werden im Handwerk bis zu zehnmal mehr Lehrlinge ausgebildet. Durch das Prinzip der dualen Ausbildung lernen die Jugendlichen, komplexe Probleme im Berufsalltag zu bewältigen und gute Lösungen zu finden. Wenn man bedenkt, dass jene Menschen, die eine Berufslehre absolviert haben, einem dreimal geringerem Risiko unterliegen, arbeitslos zu werden als Ungelernte, sollte man nicht eine Sekunde daran zweifeln, dieses Spitzeninstrument weiter auszubauen – vor allem in Hinsicht auf eine positive Wirtschaftsentwicklung", so Haller.

lehre nach sektor

Siehe: www.provinz.bz.it/arbeit/

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