„Kfz-Handwerk ist schockiert!"

Ein oberflächlich und unklar formuliertes Gutachten des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung sorgt für Furore unter den Kfz-Unternehmen. Demnach werden Kriterien für die professionelle und fachgerechte Ausführung von Autoglasarbeiten wie sie in der Handwerksordnung verankert sind ungültig und die „ambulante" Arbeitsabwicklung zulässig.

manfred huber sagBereits 2008 wurden durch das Landesgesetz Art. 24, Absatz 4 die Kriterien und Voraussetzungen für Autoglasarbeiten in der Handwerksordnung festgelegt. Dieses besagt, dass aus Sicherheitsgründen die Scheibenmontage und –reparatur in einer fachgerechten Werkstatt zu erfolgen hat, wo nicht nur Original- oder zertifizierte Scheiben verwendet werden, sondern auch umweltfreundlich gearbeitet wird. „Nun haben wir von einem Gutachten von Seiten des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung erfahren, dass diese Kriterien zunichtegemacht und damit das bestehende Landesgesetz außer Kraft gesetzt wird", berichtet Manfred Huber, Präsident des Südtiroler Autogewerbes.
Gravierende Konsequenzen könnte dieser Beschluss auf die Sicherheit der Fahrzeuge und der Fahrzeugnutzer haben. Eine Scheibe gehört nämlich zur tragenden Struktur eines Wagens und benötigt daher spezifische Montagebedingungen. So müssen gängige Scheibenkleber bei 23 Grad und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit rund zwei Stunden trocknen. „Ein Scheibenkleber benötigt in der Regel diese Temperatur- und Feuchtigkeitsvoraussetzungen, damit die Scheibe richtig montiert werden kann und sicher hält. Südtirols Autoglaskompetenzzentren halten diese Regeln strikt ein, damit die Sicherheit auf jeden Fall gewährleistet werden kann. Wenn sich dann bestimmte Firmen damit rühmen, das Fahrzeug nach dem Scheibenaustausch innerhalb einer halben Stunden wieder dem Besitzer zu übergeben, kann dies nur auf Kosten der Sicherheit gehen", erklärt Huber. Im Gegensatz zu vielen anderen italienischen Provinzen sind in Südtirol nämlich andere geographische Bedingungen und Wetterverhältnisse zu beachten, sodass eine professionelle und fachgerechte Arbeit nur in entsprechenden Werkstätten erfolgen kann. „Wir werden nun versuchen zu klären, inwieweit das Landesgesetz wieder prioritäre Zuständigkeit in diesem Bereich erhalten kann und was wir auf nationaler Ebene bewirken können", so Huber.

 

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