Betriebe in Erstickungsgefahr

In den letzten zwei Legislaturperioden haben über 600 neue Normen den italienischen Betrieben das Leben erschwert. Nur 72 davon haben zu Vereinfachungen und Entlastungen beigetragen. „Kein Wunder, dass die Betriebe im fiskalischen und bürokratischen Dschungel zu ersticken drohen", betont lvh-Präsident Gert Lanz.

lanz vertikal 298Auch die Regierung unter Matteo Renzi hat Italiens Unternehmen neuen Sauerstoff durch konkrete wirtschaftsfördernde Maßnahmen versprochen. Im Juni soll ein kompaktes Paket mit konkreten Erleichterungen vorgestellt werden. „Fakt ist, dass in den letzten sechs Jahren 629 neue steuerliche Bestimmungen erlassen worden sind, das sind rund 100 neue Normen im Jahr", betont lvh-Präsident Gert Lanz. Zu diesem Ergebnis führte eine Analyse des nationalen Handwerkerverbandes Confartigianato, die vor kurzem durchgeführt wurde. „Das schlimmste Jahr war 2013, in dem 99 neue Vorschriften den größten bürokratischen Einschnitt bewirkt haben", so Lanz. 2011 hingegen wurden 29 Maßnahmen zur Entbürokratisierung erlassen und damit zählt dieses Jahr zu den „glücklicheren" Äras.
Im Rahmen der Untersuchung hat die Confartigianato einen „Index des bürokratischen Steuerdrucks" errechnet, der innerhalb von fünf Jahren von einem Wert von 33 Punkten im Jahr 2003 auf 93 Punkte im Jahr 2013 angestiegen ist. „Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern besteht in Italien ein ganz klares Ungleichgewicht: Während es in England zum Beispiel 2.000 Normen gibt, sind es in Italien 100.000", unterstreicht der Verbandspräsident. Auch das Ministerium für Vereinfachungen – das in den letzten Jahren gegründet worden war – konnte keine wesentlichen Erleichterungen erzielen. „Die benötigte Sauerstoffdosis der Betriebe ist hoch, wir hoffen, dass uns diese so schnell wie möglich erreicht", so Lanz.

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