F-Gase: neue Belastungen

F-Gase: neue Belastungen

 Wieder einmal sorgt ein italienisches Ministerium für ungewolltes Aufsehen: innerhalb zwei Wochen sind sämtliche Betreiber von ortsfesten Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen und Brandschutzanlagen verpflichtet, ihre Anlagen in eine Datenbank des Umweltministeriums einzutragen. Der LVH hat bereits in Rom interveniert.

Die fluorierten Treibhausgase, kurz "F-Gase", sorgen wieder einmal für Aufsehen. Einerseits müssen die Techniker, welche Kühl- und Klimaanlagen betreuen, sich zertifizieren lassen und Kurse vorweisen. Damit aber nicht genug: am 14. Mai wurden über das Amtsblatt der Republik der Vordruck für die Meldung und die Prozedur veröffentlicht, wie die Betreiber von ortsfesten Anlagen mit mehr als drei kg F-Gas gemeldet werden müssen. Und zwar innerhalb 31. Mai.

LVH-Präsident Gert Lanz zeigt sich fassungslos über das Gefühl für Timing, das das Ministerium in diesem Fall an den Tag legt. Bedenkt man, dass das Register, in welches mehrere 100.000 Anlagen auf Staatsgebiet eingetragen werden müssen, erst seit gestern (22. Mai) online ist, dann bleibt den Betreibern eine Woche um sich selbst einzutragen. "Die meisten Handwerksbetriebe im Nahrungsmittelbereich, aber auch Betriebe im Handel oder in der Gastronomie sind von dieser Meldung betroffen", so Lanz, "das sind tausende Betriebe allein in Südtirol."

Christian Ungerer, Obmann der Kälte- und Klimatechniker im LVH, macht sich auf anstrengende Tage gefasst. Obwohl seine Kunden in den meisten Fällen dazu verpflichtet sind, die Internet-Meldung selbst vorzunehmen, erwartet er doch zahlreiche Anrufe. "Der Großteil der Kunden kennt nicht die genauen Daten seiner Klima- oder Kühlanlage", so Ungerer, "deshalb werden sie sich wohl als erstes an ihren Lieferanten wenden." Ungerer bezweifelt, dass eine solche Prozedur auf Staatsgebiet in nur zehn Tagen ordnungsgemäß abgewickelt werden kann.

Entnervt sind auch die Berufsgemeinschaften im Nahrungsmittelbereich. "Dass wir die Informationen so kurzfristig bekommen haben, ist schon bedenklich", so Loris Molin Pradel, Obmann der Berufsgruppe Nahrungsmittel im LVH. Viele von den Kleinbetrieben im Südtiroler Nahrungsmittelhandwerk wissen laut Molin Pradel nicht, ob ihre Anlage die Drei-Kilo-Grenze überschreitet.

Als Interessensvertreter der Handwerker ist der LVH bereits in Kontakt mit dem Südtiroler Wirtschaftsring und mit den Südtiroler Politikern in Rom. Gert Lanz: "Nun gilt es, alle Möglichkeiten der Intervention zu nutzen, damit diese kurzfristig angesetzte und übertriebene Bestimmung auf einen vernünftigen Zeitpunkt verschoben werden kann."

 

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