Internationaler Tag der Senioren - Zöggeler: „Ältere Menschen wollen mitgenommen werden“
Anlässlich des Internationalen Tages der Senioren am 1. Oktober macht die Generation Handwerk+ im lvh auf die wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle älterer Menschen aufmerksam.
Ob im Arbeitsleben, beim Umgang mit der Digitalisierung oder beim Thema Sicherheit: Die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet sein, dass Seniorinnen und Senioren aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Für das Handwerk gilt dies in besonderem Maße, denn Erfahrung, Tradition und über Jahrzehnte erworbenes Wissen sind Werte, die nicht mit dem Pensionsantritt verloren gehen dürfen.
Arbeiten im Alter muss sich lohnen
Viele Menschen möchten über das Pensionsalter hinaus aktiv bleiben und ihre berufliche Erfahrung weiterhin einbringen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann dieses Potenzial auch für die Wirtschaft von Bedeutung sein. Die Generation Handwerk+ spricht sich deshalb dafür aus, arbeitswilligen Pensionistinnen und Pensionisten attraktive Rahmenbedingungen zu bieten. Wer freiwillig weiterarbeitet oder punktuell im Betrieb mithilft, sollte dadurch nicht steuerlich unverhältnismäßig belastet werden.
Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, den Ruhestand infrage zu stellen. Vielmehr brauche es Wahlfreiheit und geeignete Modelle für jene, die freiwillig weiterhin beruflich aktiv sein möchten.
Digitalisierung darf niemanden zurücklassen
Eine weitere Herausforderung ist die rasante Digitalisierung des Alltags. Bankgeschäfte, öffentliche Dienste, Mobilität, Kommunikation oder Terminvereinbarungen werden zunehmend über Apps und digitale Plattformen abgewickelt. Was für viele selbstverständlich erscheint, kann ältere Menschen vor große Hürden stellen.
Die Generation Handwerk+ plädiert deshalb für verständliche digitale Angebote, persönliche Anlaufstellen und gezielte Schulungs- und Unterstützungsangebote. Digitale Kompetenz sei längst zu einer Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe geworden. Gleichzeitig müsse gewährleistet bleiben, dass wichtige Dienstleistungen auch für Menschen zugänglich sind, die digitale Anwendungen nicht oder nur eingeschränkt nutzen können.
Mehr Aufmerksamkeit für Betrugsmaschen
Mit zunehmender Digitalisierung entstehen zudem neue Sicherheitsrisiken. Betrugsversuche über Telefon, SMS und WhatsApp, E-Mail oder Messenger-Dienste treffen häufig ältere Menschen. Umso wichtiger sind Information, Sensibilisierung und leicht zugängliche Hilfsangebote. Familien, Verbände und öffentliche Institutionen seien gleichermaßen gefordert, ältere Menschen über aktuelle Gefahren aufzuklären und ihnen Sicherheit im Umgang mit digitalen Angeboten zu vermitteln.
Für Zöggeler steht dabei eines im Mittelpunkt: „Fortschritt ist wichtig, aber er muss die Menschen mitnehmen. Unsere Aufgabe ist es, älteren Menschen Sicherheit und Orientierung zu geben und gleichzeitig ihre Fähigkeiten und Erfahrungen stärker zu nutzen. Das gilt in der digitalen Welt genauso wie in der Arbeitswelt.“
Handwerk verbindet Tradition und Zukunft
Im Handwerk zeigt sich besonders deutlich, welchen Stellenwert die ältere Generation hat. Traditionelles Wissen wurde über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben und gleichzeitig immer wieder an neue Technologien, Materialien und Bedürfnisse angepasst. Seniorinnen und Senioren sind damit nicht nur Bewahrer von Traditionen, sondern wichtige Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Die Generation Handwerk+ möchte deshalb den Austausch zwischen den Generationen weiter stärken. Denn für ein zukunftsfähiges Handwerk braucht es beides: die Offenheit für Neues und die Wertschätzung für das Wissen jener, die das Handwerk über Jahrzehnte geprägt haben.
Im Bild: Johannes Zöggeler, Landesobmann der Generation Handwerk+ im lvh – © Alfred Tschager
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