lvh: „Mehr Bezug zur Realität erwünscht“

Die italienische Notenbank hat kürzlich ihren Bericht zur Wirtschaft in Südtirol und im Trentino vorgestellt. „Leider ohne jeglichen Bezug zur Realwirtschaft“, kritisiert lvh-Direktor Thomas Pardeller.

Thomas Pardeller, lvh-Direktor – Foto: Klaus PeterlinDas erste Quartal des Jahres 2019 konnte in sämtlichen Sparten eine positive Entwicklung verzeichnen. Der Großteil der Unternehmen hat gute Auftragszahlen und die Beschäftigungsquote ist angestiegen. Mitverantwortlich für die gute Konjunktur ist auch das Handwerk, das in Südtirol acht Mrd. Euro Umsatz generiert und knapp 3 Mrd. Euro der gesamten Wertschöpfung ausmacht. Hierzulande gibt es über 13.600 Betriebe mit mehr als 43.000 Beschäftigten. „Hierzulande, aber auch im restlichen Italien machen die Kleinst- und Kleinbetriebe bis zu zehn Mitarbeitern über 95 Prozent aller Unternehmen aus. Es sind diese Betriebe, welche Arbeitsplätze schaffen und 3.500 Lehrlinge ausbilden. Umso verwunderlicher war es für uns, dass das Handwerk bei der Präsentation der Banca d’Italia mit keinem Wort erwähnt wurde“, bemängelt lvh-Direktor Thomas Pardeller. Die fehlende Wertschätzung und Anerkennung dem Handwerk gegenüber sei nicht nachzuvollziehen, „schließlich findet die Realwirtschaft hier statt und nicht in irgendwelchen Großkonzernen mit vielfach virtuellen Werten.“

Enttäuscht zeigte sich Pardeller auch über die Kommunikation einer höheren Kreditvergabe an Unternehmen. Italienweit sind die Kredite an Kleinbetriebe um 1,1 Prozent zurückgegangen. „Die Kleinunternehmen haben vielfach keinen Zugang mehr zu einem Kredit. Das Südtiroler Handwerk ist ein aktiver Wirtschaftsplayer und wünscht sich als solcher auch wahrgenommen zu werden, vor allem mit mehr Bezug zur Realität“, fordert der Verbandsdirektor.

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